Statt mit Angstmacherei und einem drohenden „Lockdown“ gehen die Schweden mit entschärften Corona-Regeln in den Herbst. 

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Es geht auch anders: Schweden lockert Corona-Regelungen vor dem Herbst

Während in Österreich Panik vor einer „zweiten Welle“ der Covid-19-Pandemie amtlich verordnet wird und sogar ein erneuter „Lockdown“ im Raum steht, bleibt Schweden seinem Sonderweg treu und verzichtet auf Verschärfungen der Krisen-Maßnahmen – in einigen Bereichen soll es sogar zu Entschärfungen kommen. 

Wegen der steigenden Infektionszahlen mahnt Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel dazu, “brachial durchzugreifen”, um die gefürchtete „zweite Welle“ zu verhindern. Auch in Österreich werden Bürger durch umstrittene Maßnahmen wie vorverlegte Sperrstunden in der Gastronomie, Gäste-Registrierungen und eine weitgehende Maskenpflicht schikaniert.  

Lockerungen statt „Lockdown“

Obwohl in Schweden ähnliche Infektionszahlen wie in der Bundesrepublik registriert werden, ist das skandinavische Land noch weit von einem „Lockdown“ entfernt – jetzt soll auch noch eine der für die Schweden schmerzhaftesten Regelungen fallen: Ab 1. Oktober soll es den Einwohnern des Landes wieder erlaubt sein, ihre Angehörigen in den Altenheimen zu besuchen.  

Strenger als in vielen anderen europäischen Staaten sind die Vorschriften zu öffentlichen Veranstaltungen: Hier dürfen sich maximal 50 Personen versammeln. Ab Oktober können jedoch auch Ausnahmen von dieser Beschränkung gemacht werden, zudem können ab 8. Oktober möglicherweise bereits wieder die ersten Konzerte und Fußballspiele mit bis zu 500 Besuchern stattfinden. 

Von Maskenpflicht wird abgesehen 

Statt Verboten, bleibt es bei Empfehlungen der Regierung. So soll etwa auf Gruppenbesuche in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verzichtet werden, und auch von großen Hauspartys mit vielen Gästen wird weiterhin dringend abgeraten. Dabei soll es fürs Erste jedoch bleiben: Die Schulen sind seit Beginn der Pandemie für die meisten Schüler geöffnet, von einer Maskenpflicht hat die Regierung unter dem sozialdemokratischen Premierminister Stefan Lövfens bis heute abgesehen. 

Der Chef-Epidemiologe Schwedens, Anders Tegnell, rät weiterhin zur Bekämpfung lokaler „Corona-Cluster“, notfalls auch mit regionalen „Lockdowns“. Trotzdem räumte er gegenüber CNN ein, dass eine Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen sinnvoll sein könne, sollten die Zahlen der Neuinfektionen zu stark ansteigen. 

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