Ein Video des Grünen Listenkandidaten für die Wiener Gemeinderatswahl Abdelati Krimi zeigt, wie sich dieser abfällig über Österreichs Gesetze in Hinblick auf Frauenrechte äußert. Konsequenzen gibt es von Seiten der Wiener Grünen gegen ihren Kandidaten vorerst keine.

Foto: Screenshot / Facebook Abdelati Krimi
Video aufgetaucht: Moslemischer Grün-Kandidat für Wien-Wahl poltert gegen österreichische Gesetze, Frauenrechte und „Teufel“

So denken die Kandidaten der Grünen für die Wien-Wahl offenbar wirklich über unser Land und unsere Gesetze: Wie ein von der Kurier-Autorin Nina Scholz aufgefundenes Video des Grünen Listenkandidaten für die Wiener Gemeinderatswahl Abdelati Krimi zeigt, äußerte sich dieser abfällig über Österreichs Gesetze in Hinblick auf Frauenrechte. Konsequenzen gibt es von Seiten der Wiener Grünen gegen ihren Kandidaten vorerst keine.

Grün-Kandidat Gast in arabischer Sendung

Zu sehen ist Krimi in einer arabischsprachigen Sendung auf dem Portal InfoGrat mit dem Titel „Live mit Krimi“. Das Format richtet sich an ein arabischsprachiges Publikum in Österreich. Dort äußerte sich der Grün-Kandidat zum geltenden Scheidungsrecht in Österreich und wie dieses Männer diskriminiere.

Grüner Kandidat für die Wien-Wahl mit bedenklichen Ansichten. Ein Fall von Doppelzüngigkeit? Mir und anderen Kollegen wurde der Ausschnitt eines Videos zugespielt, in dem Abdelati Krimi, der auf Platz 40 der Wahlliste der Grünen zur Wien-Wahl kandidiert, auf Zuschauerfragen antwortet. Es handelt sich um eine arabischsprachige Sendung auf dem Portal InfoGrat mit dem Titel „Live mit Krimi“. Sie richtet sich an ein arabischsprachiges Publikum in Österreich. Die Moderatorin legt ihm eine Frage eines Zuschauers zum österreichischen Scheidungsrecht vor. Abdelati Krimi bringt seine Ablehnung desselben zum Ausdruck, da dieses die Frau schütze. Wörtlich sagt er:„Bei Allah, über dieses Thema haben wir schonmal gesprochen […] Zum Wohlbefinden der Kinder wollen wir zwischen den Eltern schlichten. Es ist etwas Gutes und wir werden versuchen, dieses soziale Problem zu lösen, obwohl wir gegen die Gesetze dieses Landes sind, weil diese Gesetze die Frau schützen und ihr Obsorgerechte geben und auch die Rechte zur Erziehung der Kinder.“ Anschließend fügt er, wie aus der vollständigen Aufnahme der Sendung hervorgeht, an: „Es ist ein großes Problem und wir werden es uns in Zukunft ansehen.“Die Untertitel des Ausschnitts habe ich von zwei arabischsprachigen Kolleginnen prüfen lassen, sie sind korrekt. Von welchem "wir" spricht Krimi hier? Ich habe die Grünen mit diesem Statement ihres Kandidaten konfrontiert. Von der Grünen Frauensprecherin erhielt ich bislang keine Antwort, aber der Landesgeschäftsführer Peter Kristöfel hat nach Prüfung des Videos umgehend reagiert und geantwortet. "Nachdem diese Aussagen tatsächlich so getätigt wurden", so Kristöfel, "stellen wir hiermit klar, dass so eine Position nicht mit den Grünen Grundwerten oder irgendeiner Position der Grünen vereinbar ist.“ Herr Krimi sei zu einer Stellungnahme aufgefordert worden. Er spreche nicht für die Grünen, so Kristöfel, seine Aussagen würden klar abgelehnt. Die Landesleitung werde sich in ihrer regulären Sitzung am 12.10., also nach der Wahl, mit möglichen Konsequenzen befassen, die bis zu einem Parteiausschluss reichen könnten.Auf die Frage, wie jemand mit dieser Einstellung auf einen Listenplatz der Wiener Grünen gelangen konnte, antwortet der Landesgeschäftsführer, bei den Grünen gebe es „kein Zulassungssystem, sofern die Kanditat*innen unseren Grundwerten entsprechen.“In diesem Fall zeigt sich, dass das fehlende Zulassungssystem es ermöglicht, auch dann einen Listenplatz bei den Grünen zu erringen, wenn man diesen Grundwerten nicht entspricht, sofern man seine diesbezüglichen Ansichten in der deutschsprachigen Kommunikation ausreichend verschleiert.Abdelati Krimi stand übrigens auch schon 2019 auf der Wahlliste der Grünen für die Nationalratswahl und ist in der Grünen Wirtschaft aktiv. Es gibt rechtlich keine Möglichkeit, Kandidaten wieder von Wahllisten zu entfernen. Der Kandidat könnte nur selbst auf seinen Listenplatz verzichten. Was aber in einem solchen Fall möglich wäre: Eine klare Ansage der Grünen an Krimi und eine öffentliche Stellungnahme.Abdelati Krimi macht zur Stunde auf FB noch Wahlkampf für die Grünen. Berivan Aslan Heidi Sequenz Ewa Ernst-Dziedzic Meri Disoski Lukas Wurz Birgit Hebein

Gepostet von Nina Scholz am Dienstag, 6. Oktober 2020

Die Moderatorin der Sendung legt Krimi im weiteren Verlauf die Frage eines Zuschauers zum österreichischen Scheidungsrecht vor. Abdelati Krimi bringt daraufhin seine Ablehnung desselben zum Ausdruck, da dieses nur die Frau schütze.

„Wir sind gegen die Gesetze dieses Landes“

Die Untertitel des Videos wurden laut Scholz von zwei arabischsprachigen Kolleginnen ihrerseits geprüft und für korrekt befunden. Wörtlich sagt der Grün-Kandidat in dem Video folgendes:

Bei Allah, über dieses Thema haben wir schonmal gesprochen […] Zum Wohlbefinden der Kinder wollen wir zwischen den Eltern schlichten. Es ist etwas Gutes und wir werden versuchen, dieses soziale Problem zu lösen, obwohl wir gegen die Gesetze dieses Landes sind, weil diese Gesetze die Frau schützen und ihr Obsorgerechte geben und auch die Rechte zur Erziehung der Kinder. […] Es ist ein großes Problem und wir werden es uns in Zukunft ansehen.

Wer mit „wir“ gemeint ist, bleibt fraglich. Möglicherweise verfolgen Krimi und seine Glaubensbrüder eine Strategie der Infiltration innerhalb der linken Parteien Österreichs, um so Einfluss auf deren Politik ausüben zu können. Ähnliche Phänomene kennt man bekanntlich von der SPÖ.

Grüne ziehen keine Konsequenzen

Konfrontiert mit den haarsträubenden Aussagen eines ihrer Kandidaten (Krimi kandidiert auf Platz 40 der Wahlliste der Grünen zur Wien-Wahl, trat auch bereits bei den Nationalratswahlen an und ist in der Grünen Wirtschaft aktiv), kam laut Scholz von der Grünen Frauensprecherin bisher keine Antwort dazu.

Lediglich der Wiener Landesgeschäftsführer Peter Kristöfel äußerte sich und betonte, dass sich die Landesleitung in ihrer regulären Sitzung am 12.10., also nach der Wien-Wahl, mit möglichen Konsequenzen für Herrn Krimi befassen werde. Zudem antwortete Kristöfel: „Bei den Grünen gebe es kein Zulassungssystem, sofern die Kanditat*innen unseren Grundwerten entsprechen.“ Sehen so also die „Grundwerte“ der Grünen aus?

Moslem geht in Offensive: „Teufel wollen mich stoppen“

Sichtlich ins Eck gedrängt, ob der Recherchen zu seiner Person, ging Krimi auf seiner Facebook-Seite in die Offensive und schrieb sich dort in Rage (Rechtschreibfehler im Original). Das Posting wurde mittlerweile wieder gelöscht:

Bei jeder Wahl, versuchen irgendwelche Teufeln mich zu stoppen mit irgend einem Geschmacklosen Schmutzigen Wahlkampf. Heute kamen sie mit einen Videoschnitt von meine Arabischen Live Sendungen „Live mit Krimi“ mit Falschen Übersetzung und Interpretation und wollen mir behaupten dass ich gegen das Gesetz und die Frauenrechte in Österreich. […]

Auch zu sehen auf seiner Facebook-Seite: Fotos mit Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (beide Grüne).

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