Das rot-grüne Wien hatte kein Interesse am traditionsreichen Dianabad in Wien-Leopoldstadt. Jetzt schließt es nach 210 Jahren für immer.

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Kurz nach der Wien-Wahl: Badeschluss im traditionsreichen Dianabad

Nur drei Wochen nach der Wahl geht Wien eine seiner besten Freizeitstätten verlustig: Das private Dianabad in der Leopoldstadt sperrt nach 210 Jahren Betrieb am 31. Oktober seine Pforten.

Kein Interesse von Seiten der Stadt

Der zuständige amtsführende SPÖ-Stadtrat für Bildung, Integration, Jugend und Personal der Gemeinde Wien, Jürgen Czernohorszky, hat das Angebot der Eigentümer, Raiffeisen und Uniqa, das Erlebnisbad der Stadt Wien zu vermieten oder zu verkaufen, abgelehnt. Das Bad zu übernehmen, wäre trotz jahrelangen Verhandlungen „kein Thema“ gewesen.

Aus für ein Stück Wiener Geschichte

Das Erlebnisbad mit Reifenrutsche, Piratenschiff und Wellenbecken war mehr als nur ein Freizeitspaß. Mit dem Dianabad geht auch ein Stück Wiener Geschichte verloren, erklang hier doch 1867 zum ersten Mal der Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß. Ja, denn Bäder waren im 19. Jahrhundert nur ein Geschäft für die warme Jahreszeit, im Winter wurden manche daher als Ballsaal genutzt.

Auch baugeschichtlich war das Dianabad bedeutend, verfügte es doch über die erste überdachte Schwimmhalle Europas.

Seit seiner Entstehung 1810 wurde das Bad viermal umgebaut. Bedeutend war das imposante „zweite“ Dianabad aus den Jahren 1913 bis 1917. Es war eine fünfstöckige Anlage mit zwei Schwimmhallen, Dampf- und Wannenbädern, Sonnenbädern und einem Hotel. 1965 machte die Stadt Wien den Weg frei, dieses prächtige, „zweite“ Dianabad abzureißen. Es wäre nicht mehr sanierbar gewesen, die zahlreichen Kunstschätze des Juwels hat man verscherbelt.

Betriebsvereinbarung sofort beendet

Der letzte Umbau erfolgte im Jahr 2000. Damals beteiligte sich die Stadt Wien mit rund 14,5 Millionen Euro am Umbau unter der Auflage, dass das Dianabad mindestens 20 Jahre in Betrieb sein müsse. Schlag an dem Tag, wo diese Frist abläuft, endet auch der Badebetrieb. Raiffeisen und Uniqa wollen statt des Traditionsbades, das vor allem ein beliebter Treffpunkt der autochthonen Bevölkerung im stark „bereicherten“ zweiten Wiener Gemeindebezirk war, Büros und Wohnungen errichten.

Verlust für Sport in Wien

Für die Wiener bedeutet die Schließung des Dianabades eine weitere Reduktion des sportlichen Freizeitangebotes. Den 1,9 Millionen Einwohnern bietet die Stadt Wien nämlich nur fünf Hallenbäder, sieben Bäder mit Sommer- und Winterbetrieb und das Stadthallenbad. Was für ein sportlicher und damit gesundheitspolitischer Verlust.

Dianabad

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