Den kommenden „Lockdown“ in Deutschland halten führende Experten aus der Wissenschaft für einen Fehler. 

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„Hoffnung” statt “Panik”: Führende Ärzte und Virologen gegen „Lockdown“

Nur wenige Stunden, bevor die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel sich auf den am Montag startenden “Teil-Lockdown” einigten, legten führende Wissenschaftler in einem offenen Brief ein alternatives Konzept vor: Die Experten, darunter auch die Virologen Hendrick Streeck und Jonas Schmidt-Chanasit, halten ein Herunterfahren der deutschen Wirtschaft wie im Frühjahr für nicht zielführend – stattdessen setzen sie weiter auf die Eigenverantwortung der Deutschen. 

Gebote statt Verbote

Statt die Bevölkerung mit unzähligen Verboten zu drangsalieren, fordern die Experten aus Wissen- und Ärzteschaft, vor allem die Risikogruppen in den Blick zu nehmen. Wegen der schnell steigenden Infektionszahlen sei es zudem schon nicht mehr möglich, die Pandemie alleine durch die Kontaktnachverfolgung in den Griff zu bekommen – deshalb fordern sie ein bundesweit einheitliches “Ampelsystem”, mit diesem könnten Bund und Länder „dann klar kommunizieren, wie die aktuelle Situation aussieht, mit welchen Entwicklungen zu rechnen ist und mit welchen Maßnahmen darauf reagiert werden sollte” und außerdem eine drohende Überbelegung der Intensivstationen frühzeitig erkennen. 

Auch dürfe man sich nicht nur auf die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus fixieren, sondern müsse sich auch an allen “relevanten Kennzahlen, wie Infektionszahlen, Anzahl der durchgeführten Tests, stationäre und intensivmedizinische Behandlungskapazitäten“ orientieren. 

Neuer „Lockdown“ führt Wirtschaft in den Abgrund 

Anstatt das Land erneut zuzusperren, wäre es für die Wissenschaftler sinnvoller gewesen, die Bürger zur Mitarbeit zu motivieren: Schon das erste Herunterfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens im März hatte dramatische ökonomische und gesellschaftliche Konsequenzen für Deutschland. Stattdessen solle den Menschen Mut und Hoffnung gemacht werden und die Corona-Maßnahmen konsequent und verständlich sein:  

Sobald sich Verordnungen als widersprüchlich, unlogisch und damit für den Einzelnen als nicht nachvollziehbar darstellen oder von Gerichten außer Kraft gesetzt werden, bekommen wir ein Akzeptanz- und Glaubwürdigkeitsproblem. 

Fokus auf Risikogruppen 

Außerdem sind sich die Unterzeichner der Erklärung einig, dass “der Fokus im weiteren Verlauf der Pandemie auf dem Schutz von Risikogruppen liegen muss”, dazu gehören auch Antigen-Schnelltests für Besucher in Senioren- und Pflegeheimen sowie das Tragen einer FFP2-Schutzmaske und die regelmäßige Testung der Mitarbeiter.

Auch das grundsätzliche Verbot von öffentlichen Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern lehnen die bekannten Virologen und Mediziner ab: Solche müssten im Einzelfall auf ihre Machbarkeit und entsprechende Hygienekonzepte überprüft werden – schließlich seien kontrollierte Veranstaltungen in der Öffentlichkeit immer noch besser als unkontrollierte im privaten Bereich. 

Daher sollten Veranstaltungen mit Hygienekonzepten und Teststrategien unter wissenschaftlicher oder gesundheitsamtlicher Begleitung durchgeführt werden, um herauszufinden, ob das Risiko einer Virusübertragung überhaupt in relevantem Umfang besteht.

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