Franziska Giffey (l.), hier mit dem einstigen US-Botschafter John B. Emerson und seiner Frau Kimberly M. Emerson, hat ihren Doktortitel abgegeben. Einer Plagiatsforschungsseite zufolge hat sie auf 76 von 205 Seiten ihrer Doktorarbeit „objektive Täuschung“ begangen.

Foto: usbotschaftberlin / wikimedia.org (CC0 1.0)
Bundesfamilienministerin Giffey gibt Doktortitel ab

Im Streit um mögliche Plagiate in ihrer Promotion hat Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) laut einem Medienbericht auf tagesschau.de jetzt Konsequenzen gezogen und verzichtet auf ihren Doktortitel.

Einsicht sieht irgendwie anders aus

Giffey meinte, die Arbeit „nach bestem Wissen und Gewissen“ verfasst zu haben, aber sie möchte angeblich ihre Dissertation nicht „weiter zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen“ machen. Das klingt nicht gerade so, als ob sie ihr Fehlverhalten eingesehen hätte. Vielmehr war wohl der politische Druck zu viel, was auch aus ihrem Brief an den Präsidenten der Freien Universität Berlin hervorgeht.

Schaden von Familie und Partei abwenden

Dort schrieb sie laut der WAZ: „Um weiteren Schaden von meiner Familie, meiner politischen Arbeit und meiner Partei abzuwenden, erkläre ich, den mir am 16. Februar 2010 von der Freien Universität Berlin mit der Gesamtnote ‚magna cum laude‘ verliehenen Titel Dr. rer. pol. ab sofort und auch zukünftig nicht mehr zu führen.“

37,1 Prozent Plagiatsanteil soll neu geprüft werden

Die Universität hatte unterdessen angekündigt, die Arbeit erneut einer Überprüfung zu unterziehen, da ein minderschwerer Fall „im Schlussbericht des Prüfgremiums nicht dargetan worden“ sei und deshalb erneut geprüft werden müsse. Prüfer hatten an mehreren Dutzend Stellen der Promotions-Arbeit „objektive Täuschung“ festgestellt. Und der Internetseite VroniPlag zufolge wurden auf 76 von 205 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert. Dies entspricht den Netzaktivisten zufolge einem Anteil von 37,1 Prozent aller Seiten.

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