Die bislang eher unbekannte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) hat sich nun mit einem Leitfaden für Heimarbeit eine unrühmliche Bekanntheit verschafft.

Foto: Wikimedia / Bundesministerium für Finanzen / CC BY 2.0
Kurioser Leitfaden für Heimarbeit: Wenn alles nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen

Kennen Sie Christine Aschbacher? Sie hat am 7. Jänner von der ÖVP den Job der Arbeitsministerin bekommen. Bis dato war es sehr still um die Blondine im Kabinett von Sebastian Kurz. Doch jetzt sorgt sie mit „Leitfäden fürs Arbeiten im Homeoffice“ für unrühmliche Bekanntheit.

Checkliste wird als Satire wahrgenommen

In den sozialen Medien rätseln die Nutzer – auch wegen des Faschingsbeginns – darüber, ob es sich bei den Leitfäden, die das Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend da herausgegeben hat, um Satire handelt.

Tatsächlich ist die Verwunderung groß, wenn man unter dem Kapitel „Checkliste: Ergonomische Gestaltung von Telearbeitsplätzen“ etwa liest, dass der Arbeitsplatz ausreichend groß sein soll, der Raum über eine Größe von 8,0 Quadratmeter verfügen und die Raumhöhe mindestens 2,5 Meter aufweisen soll. Vorgeschlagen wird zudem eine ausreichende „Bewegungsfläche an der Sesselseite von etwa 1,5 Meter mal 1,0 Meter“.

Arbeitsplatz soll nicht über Leiter erreichbar sein

Noch besser wird es, wenn im Leitfaden der Zugang zum Arbeitsplatz beschrieben wird: Dieser soll nämlich, so schlägt Aschbacher vor, über „normale Gänge und Treppen (keine Leitern) erreichbar sein. Auch darauf, dass man auf das Heizen in der kalten Jahreszeit nicht vergessen soll, weist Frau Aschbacher die erstaunten Leser, denen auch Vorhänge oder Jalousien vor den Fenstern empfohlen werden, hin.

Show-Pressekonferenzen und satirische Ratschläge

Für wie ungebildet und unbeholfen hält Arbeitsministerin Aschbacher die Österreicher eigentlich? Wäre alles nicht eh schon so traurig in dieser schrecklichen Corona-Zeit, könnte man über diese misslungenen Ratschläge der ÖVP-Politikern herzlich lachen. Doch schön langsam entwickelt sich die durch endlose Show-Pressekonferenzen belächelte schwarz-grüne Koalition zu einer Satire-Regierung.

Task Force erarbeitet rechtliche Rahmenbedingungen

Zum Glück sind diese Vorschläge noch keine gesetzlichen Parameter oder Richtlinien, sondern die nun veröffentlichen Leitfäden sollen als Empfehlung beherzigt werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Arbeiten daheim würden bis März 2021 von einer eigens dafür eingerichteten Task Force erarbeitet werden, heißt es von Seiten des Ministeriums.

Dieser Zeitplan spricht auch nicht gerade für ein Arbeitsministerium, das seit März und dann über den Sommer genügend Zeit gehabt hätte, um die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu klären.

Christine Aschbacher

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