Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister ist zurückgetreten, weil die Medien aus dem Kauf einer Waffe einen Skandal machten und er den darauf folgenden Druck nicht aushielt.

Foto: Wikimedia / Olaf Kosinsky
Mecklenburg-Vorpommerns CDU-Innenminister Lorenz Caffier tritt zurück

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist von seinem Amt zurückgetreten. Als Grund gab der Politiker laut tagesschau.de den Autoritätsverlust wegen seinem Waffenkauf bei einem Ex-Mitglied der Preppergruppe „Nordkreuz“ und seinen eigenen Umgang mit dem Fall an. „Es verletzt mich jedoch zutiefst und ist für mich eine extrem große Belastung, dass in der Berichterstattung irgendeine Nähe zu rechten Kreisen suggeriert wird. Ich kann diesen Vorwurf nur in aller Schärfe zurückweisen. Die Schlagzeilen haben sich in die Köpfe der Menschen eingebrannt“, teilte er mit.

Rücktritt wegen aufgebauschter Kleinigkeit

Daher habe er nun die Konsequenzen gezogen. „Ich muss erkennen, dass ich in dieser Situation nicht mehr die nötige Autorität besitze, um das Amt des Innenministers mit ganzer Kraft bis zum September 2021 ausüben zu können“, meinte Caffier. Caffier räumte ein, die Waffe bei jemanden gekauft zu haben, bei dem er das aus heutiger Sicht nicht habe tun dürfen. Zwar sei der Kauf kein Fehler gewesen, sondern sein Umgang damit. „Dafür entschuldige ich mich.“ Caffier habe nichts von der „Nordkreuz“-Mitgliedschaft des Verkäufers gewusst. Zurückgetreten ist er trotzdem, wegen einer Kleinigkeit, von der er weder etwas wusste und für die er nicht verantwortlich ist. Das beweist, dass medialer Druck, der im Falle von tatsächlichen linksextremen Verstrickungen bei Politikern jedoch nie erfolgt, sehr wirksam ist.

In den vergangenen Tagen hatte der Christdemokrat Kritik an dem Waffenkauf zurückgewiesen. Er bezeichnete dies als eine Privatangelegenheit. Gegenüber dem Spiegel hatte er angegeben, die Pistole Anfang 2018 erworben zu haben. Dabei habe er jedoch nicht gewusst, dass der Verkäufer ein ehemaliges „Nordkreuz“-Mitglied sei. In Mecklenburg-Vorpommern hatte das Bundeskriminalamt 2017 eine Liste mit 25.000 Namen sichergestellt, die vom Prepper-Netzwerk „Nordkreuz“ stammen soll. Sogenannte „Prepper“ (to prepare = sich vorbereiten) horten Vorräte, bauen Bunker oder planen minutiöse Exit-Strategien für den Fall einer Katastrophe.

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