Das von Friedrich II. (dem Großen) 1742 erstmals gegründete Staatsballet (hier eine Aufführung aus 1956) besteht heute aus rund 92 Tänzern und Tänzerinnen. Die erste farbige Balletteuse erhebt nun “Rassismus”-Vorwürfe, deren Hintergrund aber eher ihre Vertragsauflösung sein dürfte.

Foto: Rolf Unterberg / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-DE)
Ist weiß schminken bei Ballettaufführung schon “Rassismus”?

Die kommissarische Intendantin des Berliner Staatsballetts, Christiane Theobald, hat Antirassismus-Schulungen für alle Mitarbeiter angekündigt. Hintergrund sind Vorwürfe einer dunkelhäutigen Ballettänzerin. Ob an diesen Vorwürfen etwas dran ist, können Außenstehende schwer beurteilen. Auf jeden Fall entschuldigt sich Frau Theobald schon einmal im Voraus.

Tradition als angebliches Problem

“Es tut mir leid, zu sehen, dass es im Staatsballett Berlin eine beschäftigte Person gibt, die über einen längeren Zeitraum eine für sie sehr belastende Situation ertragen musste und die Situation nicht schon vorher aufgelöst werden konnte”, sagte Theobald am Wochenende dem Berliner Tagesspiegel. Dort werden auch Institution und Tradition als Problem bezeichnet.

Neben den Schulungen sehe sie auch eine Notwendigkeit für einen “Code of Conduct”, also Verhaltensregeln für die Oper. “Ich könnte mir vorstellen, dass ein solcher Verhaltenskodex ein Zusatz in den Arbeitsverträgen ist. Mir wäre auch wichtig, daß wir jetzt eine verpflichtende Weiterbildung für Ballettmeister implementieren.”

Fragwürdige Kritik ohne Beweise

Die farbige Ballerina Chloé Lopes Gomes hatte vergangene Woche eine angeblich rassistische Vorgehensweisen am Staatsballett kritisiert. Sie habe sich für eine Schwanensee-Aufführung und für ein Fotoshooting weiß schminken müssen, beklagte sie. Was daran “rassistisch” ist, sich im Theater zu schminken, erklärte sie hingegen nicht. Einmal habe eine Ballettmeisterin für eine Probe weiße Schleier ausgeteilt, nur sie habe keine bekommen, behauptete die Künstlerin. Außerdem habe die Trainerin lachend gesagt: “Du bist schwarz.” Lopes Gomes war die erste dunkelhäutige Balletttänzerin an der Staatsoper.

BLM hat wieder einmal Hände im Spiel

Die wegen unzähliger Gewalttaten selbst äußerst umstrittene Gruppe “Black Lives Matter” habe Lopes Gomes schließlich dazu überredet, die Vorgänge öffentlich zu machen. Den entscheidenden Entschluss habe sie gefasst, als ihr Vertrag am Staatsballett nicht verlängert worden war. Zwar habe sich die Ballettmeisterin inzwischen entschuldigt, sagte Lopes Gomes dem Blatt. Doch das genüge ihr nicht. “Sie ist für mich nur die Spitze des Eisbergs”, behauptete sie. “Das Problem ist die Institution, die Tradition.” Es gebe immer noch Leute, die das Ballett als weiße, elitäre Kunstform betrachteten. “Ich hoffe, daß sich nun auch andere Tänzer ermutigt fühlen, für ihre Rechte einzutreten.” Das werden sie gewiss und so allen anderen die Freude an dieser Kunstform verderben.

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