Noch nie wurde so viel Geld einfach “gedruckt” – noch nie war die Gefahr der Hyperinflation daher so groß.

Foto: WolfBlur / pixabay.com
20 Prozent allen Geldes wurde im Jahr 2020 „gedruckt“

In Österreich gibt es Papiergeld erst seit 1762, als der Siebenjährige Krieg (Preußen und Großbritannien gegen das Heilige römische Reich deutscher Nation, Frankreich und Russland) große Geldmengen verschlang und die Münzen an Wert verloren hatten. Gute zwanzig Jahre später wurde der Dollar in den USA eingeführt. Aber erst im 19. Jahrhundert wurde das Papiergeld allgemeines Zahlungsmittel. Seither wird Geld von den Notenbanken gedruckt.

Industrieländer mit explodierter Geldmenge

Bei der us-amerikanischen Währung wurden erst im heurigen Jahr sagenhafte 20 Prozent aller Dollar, die jemals gedruckt wurden, hergestellt, wie der Finanzmarkt-Analyst Clemens Schmale berichtet. Auch in Europa wurde fleißig gedruckt; in Ländern, die nach der Finanzkrise keine Ankäufe von Vermögenswerten vorgenommen haben, ist der Prozentsatz sogar noch höher. In Kanada wurden 75 Prozent aller kanadischen Dollar im heurigen Jahr gedruckt.

Allein die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit 2011 die unfassbare Summe von 2,6 Billionen Euro in Anleihekäufe gepumpt. Mitte Juni hatten sich die EU-Staaten auf ein Corona-Hilfspaket geeinigt. Zusätzliche 1.800.000.000.000 Euro sollten vor allem an das hochverschuldete Südeuropa ausbezahlt werden.

Gefahr von Inflation

In größerem Stil wurden Anleihen zur Staatsfinanzierung zuletzt in den USA in den 1940er Jahren gekauft, um den Krieg gegen Deutschland zu finanzieren. Das Ergebnis war eine problematische Inflation.

Doch nicht immer führten Anleihekäufe zu einer Geldentwertung, die lockere Geldpolitik allein bedinge noch keine Inflation. Erst wenn damit Mehrausgaben des Staates finanziert werden, käme es zu Inflation, so Analyst Schmale.

Finanzierung von Mehrausgaben

Man müsse daher unterscheiden, welchem Zweck das Drucken von Geld dient. Derzeit werden Mehrausgaben des Staates damit finanziert. „Das wirkt inflationär“, so der Finanzspezialist. Gegenteilig wirkt die geringe Nachfrage, sie bremst die Teuerung. Schmale erwartet daher keine „aus dem Ruder laufende Inflation“. Allerdings sei es ein schmaler Grat zwischen der Gefahr einer Hyperinflation und einer bewältigbaren Inflation.

Staatsbankrott auch von Deutschland möglich

Andere Analysten sehen die Geldentwicklung kritischer. Die Geldmenge sollte niemals über das jährliche Wachstum einer Volkswirtschaft hinausgehen. Dabei ist dieser Wert schon sehr hoch angesetzt. In Zeiten von Corona, in der die Wirtschaft dramatisch schrumpfte, ist eine Geldmengenerhöhung von 20 Prozent hochriskant.

Angesichts der stark wachsenden Neuverschuldung warnte zuletzt FDP-Vize Michael Theurer im Extremfall sogar vor einem Staatsbankrott der Bundesrepublik Deutschland.

Brennender Geldschein

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