Bundeskanzler Sebastian Kurz und seine ÖVP wünschen unbeirrt die Corona-Massentests. Und das, obwohl es nach so langer Zeit so wenig Virus gibt.

Foto: lukasmilan / pixabay.com
Massentests werden zur Farce – und dennoch hält Kanzler Kurz daran fest

Auch die reißerische Schlagzeile des ORF macht es nicht dramatischer:

300 Pädagogen coronaviruspositiv

Von den 72 Prozent der Lehrer in Niederösterreich, Oberösterreich, dem Burgenland, der Steiermark, Kärnten und Salzburg, die sich auf Covid-19 testen ließen, waren nur 300 laut Antigen-Test positiv – Fehlerquote unberücksichtigt. Das entspricht 0,24 Prozent.

Zweifelhafte Aussagekraft der Massentests

Dabei stellt sich in erster Linie die Frage, was diese 0,24 Prozent denn haben. Offenbar sind alle symptomfrei, sonst wären sie ja nicht auf diese Weise getestet worden.

Was genau also bei den Abstrichen herausgefunden werden soll, ist unklar. Ebenso ist unklar, ob symptomlos Positive überhaupt infektiös sind. Schon im Juni hatte Maria Van Kerkhove, Epidemiologin und technische Leiterin für Covid-19 bei der WHO, gesagt:

Uns liegt eine Reihe an Berichten aus Ländern vor, die sehr detailliert Kontaktpersonen ermitteln. Sie verfolgen asymptomatische Fälle, sie verfolgen Kontakte, und sie finden keine Weiterübertragung. Es ist sehr selten, und vieles davon wird in der Literatur nicht veröffentlicht.

Widerspruch zur Teststrategie

Was also bringt die Massentestung, vor der sogar in der Teststrategie der Bundesregierung gewarnt wird, wo es heißt:

Testen ohne begründeten Verdacht erhöht außerdem die Anzahl falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität. Das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz hat eine zielgerichtete Teststrategie entwickelt, die sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und des ECDCs orientiert.

Kanzler Kurz hält unbeirrt an Massentests fest

Insgesamt bestellte die Regierung um 67 Millionen Euro an Steuergeld zehn Millionen Antigen-Schnelltests. Aus den aktuellen Ergebnissen hochgerechnet ergibt das 2.000 Euro pro positivem Test – so locker sitzt also unser aller Steuergeld.

Egal, wie sehr der Massentest zur Farce wird, die ÖVP von Sebastian Kurz hält eisern daran fest. Das Ergebnis, das aktuell bei 0,24 Prozent positiven Testungen liegt, kostet ein Vermögen und bildet die irrationale Grundlage für weitere irrationale Maßnahmen.

Coronavirus Antigentest

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