Mit seinem Cola-Coronatest im Parlament wurde FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt.

Foto: ORFTVthek
Cola-Corona-Test von Schnedlitz schaffte es sogar bis nach Japan

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz hat mit seinem Experiment im Parlament, Coca-Cola mit einem Antigentest, der üblicherweise auch bei den Massentests angewendet wird, auf das Coronavirus zu untersuchen, weltweites Medienecho bekommen.

Journalisten verstanden Ironie nicht

Für die Presse im deutschsprachigen Raum war der Aktionismus des Freiheitlichen sowieso ein gefundenes Fressen, Schnedlitz als Ahnungslosen hinzustellen. Die meisten Berichterstatter verstanden aber die Ironie dahinter nicht – siehe Youtube-Video der Welt.

Video millionenfach geteilt

Dass sich der Schnedlitz-Test aber sogar bis nach Japan verbreitet hatte, war schon eine kleine Sensation. Und in den Sozialen Medien wurde der „Beweis“, dass sich das Coronavirus auch im Coca-Cola-Getränk befindet, millionenfach geteilt. Wäre also eine Marketingstrategie politischer Berater hinter dieser Aktion gestanden, hätten diese alles richtig gemacht: Schnedlitz wurde über Nacht über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt. Warum sich Schnedlitz zu diesem ungewöhnlichen Auftritt vor den Nationalratsabgeordneten entschloss, erzählte er auf oe24:

Diskussion über Massentestungen angestoßen

Ihm sei es wichtig gewesen, eine Diskussion über die Massentestungen anzustoßen. Darauf gekommen sei er, weil ihn Soldaten aufmerksam gemacht hätten, dass nicht nur Cola, sondern auch Apfelsaft oder andere Lebensmittel für einen positiven Test sorgen. Die Erklärung sei relativ einfach: Der Test werde durch die Säure ausgelöst. Schnedlitz im TV:

Ich habe mir gedacht, dass ist ein gutes Mittel, um einmal aufzuzeigen, wie hier zig Millionen Euro Steuergeld verschwendet werden. Die Wahrheit ist nämlich auch, dass in Wien jeder zweite positive Test eine Fehldiagnose dargestellt hat. Da könnte man genauso gut Würfeln, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Nur 200.000 in Wien beim Antigentest

In Wien wurden die Antigentests nicht nur deshalb ein Flop. SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig hatte mit 1,2 Millionen Menschen in den Teststraßen gerechnet. Gekommen sind aber nur 200.000. Eine Million weniger als prophezeit. Wie berichtet, denkt ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz deshalb darüber nach, bei bestimmten Berufsgruppen eine Testpflicht einzuführen.

Schnedlitz: “Kurz ist Spitzenverkäufer der Pharmaindustrie”

Schnedlitz kritisierte in diesem Zusammenhang den Bundeskanzler als „Spitzenverkäufer der Pharmaindustrie“, der die Antigentests ohne Ausschreibung und zum dreifachen Preis gegenüber den Kosten in der Slowakei gekauft habe.

Interessant dazu eine Rechnung des früheren ÖVP-Nationalratsabgeordneten und Arztes Marcus Franz, der auf Twitter meinte:

Einfach zum Nachdenken:
Für das Geld, das die #Massentests kosten, hätte man über 1 Jahr lang mindestens 1000 (TAUSEND) bestausgerüstete Intensivplätze finanzieren können.

https://twitter.com/M_T_Franz/status/1337864038496280585?s=20

Michael Schnedlitz

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