Der Präsident der Freiheitlichen Wirtschaft Wien Ronald Walter (dritter von rechts im Kreis seiner Berufskollegen) zeichnet ein düsteres Bild für die Zukunft der Unternehmer in der Bundeshauptstadt.

Foto: Freiheitliche Wirtschaft Wien
Vor drittem Lockdown: Wiener Unternehmer stehen mit dem Rücken zur Wand

Die Wiener Wirtschaft und ihre Unternehmer sind derzeit massiv durch die drastischen Maßnahmen der schwarz-grünen Bundesregierung in ihrer ökonomischen Existenz bedroht. Politisch von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Anschober (Grüne) angeordnete wiederkehrende Ausgangssperren, Geschäfts- und Lokalsperren bedrohen nicht nur die Unternehmer an der Konsumentenfront, sondern auch die Lieferanten und die gesamte Wertschöpfungskette hinter Handel und Gastronomie bis tief ins Gewerbe und die Industrie hinein.

Unzensuriert hat den Präsidenten der Freiheitlichen Wirtschaft Wien (FW-Wien), Ronald Walter, von Beruf seit 30 Jahren Trafikant und seit einigen Jahren Postpartner in Wien-Meidling, zur aktuellen Situation kurz vor Jahresende befragt.

Unzensuriert: Aktuell ist die Wiener Wirtschaft, vor allem der Handel, aber auch die Gastronomie und die Hotellerie mit einem neuerlichen Komplettlockdown konfrontiert? Wie sehen Sie die aktuelle Situation bis zum 18. Jänner 2021?

Ronald Walter: Durch die von der Regierung gesetzten Maßnahmen entsteht der heimischen Wirtschaft irreparabler Schaden. Das Kaufverhalten der Bevölkerung wird dadurch maßgeblich beeinflusst und immer stärker in Richtung Online-Handel zu den riesigen Internetanbietern, Stichwort Amazon und Co, gedrängt. Die ortsansässigen Unternehmen bleiben auf der Strecke.

Für die Gastronomie ist die aktuelle Situation ein finanzielles Fiasko. Laut Schätzung der Wirtschaftskammer wird mindestens ein Drittel der Wiener Betriebe dies nicht überleben.

Wie ist die Stimmung unter den Mitgliedern der Freiheitliche Wirtschaft in der Bundeshauptstadt und insgesamt der Kolleginnen und Kollegen im Handel, aber auch in Gastronomie und Hotellerie?

Die Stimmung kann man als bedrückt bzw. teilweise als verzweifelt beschreiben. Vielen Unternehmern wurde die komplette Einnahmequelle und damit die Lebensgrundlage entzogen. Die versprochenen Ausgleichszahlungen kommen zu spät oder gar nicht.

Gewerbe und Handwerk sind zwar nicht unmittelbar vom Lockdown betroffen, aber indirekt durch Kunden aus anderen Branchen. Bemerkt man das bei Auftragslage und Umsätzen?

Ja, natürlich. Das ist wie ein ökonomischer Dominoeffekt. Mittelbar sind alle Unternehmer davon betroffen. Die Bevölkerung hat weniger Geld durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit und gibt aus Verunsicherung weniger aus. Friseure berichten zum Beispiel, dass Kundinnen, die früher alle vier, fünf Wochen gekommen sind, sich jetzt nur mehr alle zwei, drei Monate anmelden.

Als Trafikant haben Sie jeden Tag mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung zu tun? Wie nimmt der sprichwörtliche Mann von der Straße das Schicksal durch die Covid-19-Maßnahmen auf?

Zum großen Teil ist die Bevölkerung verunsichert, da die Verordnungen für die Menschen nicht schlüssig sind. Die schlichte Frage “Wo darf ich was?” lässt sich für immer mehr Konsumenten und Unternehmer immer seltener klar beantworten. Viele unserer Kunden, und das geht durch alle Schichten, vom Akademiker bis zum Bauarbeiter, sind total verärgert und lehnen die Maßnahmen gänzlich ab. Ausgangssperren, die Familie nicht mehr treffen zu können oder die neuen Zwangstestungen, versteht keiner mehr. 

Wird es im Jahr 2021 eine Pleitewelle in der mittelständischen Wiener Wirtschaft geben, wie das Wirtschaftsfachleute voraussehen?

Ja, auf alle Fälle. Die große Pleitewelle wird erst ab dem nächsten Jahr kommen. Im Jahr 2021 stehen die Steuernachzahlungen und Nachzahlungen für die gewerbliche Sozialversicherung auf Grund der Bilanzen aus dem Jahr 2019 an, das für die meisten Betriebe noch ein gutes Jahr war. Weiters werden die diversen Stundungen bzw. Überbrückungskredite vom heurigen Jahr fällig.

Seit einigen Wochen gibt es eine rot-pinke Wiener Stadtregierung. Was ändert sich für die Wiener Unternehmer, oder bleibt alles wie unter Rot-Grün mit Bürokratie und Schikanen?

Wahrscheinlich wird sich nicht viel ändern, aber vielleicht bekommen wir weniger Radwege und “coole” Straßen.

Was wünschen Sie sich für 2021 für die Wiener Wirtschaft, mit und ohne Lockdown?

Weniger Bürokratie und weniger Auflagen und eine „echte“ Unterstützung für heimische Betriebe in unserer schönen Bundeshauptstadt Wien. Das wünsche ich mir stellvertretend für die vielen tausenden mittelständischen Unternehmer. 

Freiheitliche Trafikanten

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