Besonders die Bewohner von Altersheimen leiden in der Corona-Zeit – aber weniger am Virus als an der verordneten Einsamkeit.

Foto: Alice Wiegand / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Bereitschaft, sich anzustecken, höher als Akzeptanz der Corona-Maßnahmen

Im Oktober führte die Terzstiftung, eine vor zehn Jahren gegründete Interessenvertretung für alte Menschen in der Schweiz, eine Umfrage durch, wie die Altersheimbewohner im ersten „Lockdown“, also im Frühjahr, mit den Corona-Maßnahmen und ihren Auswirkungen zurechtkamen.

Angst vor Einsamkeit und Isolation

Das Ergebnis hat die Schweizer Tageszeitung 20 Minuten veröffentlicht: Die alten Menschen fürchten die Einsamkeit und Isolation mehr als den Tod. Die Terzstiftung berichtet aus der Untersuchung:

Es gibt sogar Angehörige, die schreiben, dass ihre Lieben im Heim an den Folgen der Isolation gestorben seien.

Abwägung von Vor- und Nachteilen

Die große Mehrzahl der Heimbewohner sprach sich gegen die Corona-Isolationsmaßnahmen aus. In der Studie heißt es:

Die älteren Menschen sind eher bereit, das Risiko einer Ansteckung in Kauf zu nehmen und daran zu sterben, als in die Isolation gehen zu müssen.

Die Terzstiftung fordert deshalb das Ende der sozialen Bevormundung der älteren Menschen, die ihnen vorschreibt, sich von ihren jüngeren Familienangehörigen fernzuhalten.

Traurige Weihnachten für Altersheimbewohner

In Österreich ist derzeit – zu Weihnachten (!) – ein Besuch von Altersheimbewohnern nur mit einem negativen Ergebnis eines Antigen-Tests, der maximal 24 Stunden zurückliegen darf, oder eines PCR-Tests, maximal 48 Stunden vorher durchgeführt, erlaubt. Seit 7. Dezember wird nur ein Besucher pro Woche pro Bewohner eingelassen. Außerdem müssen während des Aufenthalts FFP2-Masken getragen werden.

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