ÖVP-Abgeordneter und Ex-Uni-Rektor Josef Smolle behauptete im Parlament, dass 50 Prozent der asymptomatischen Coronavirus-Fälle ansteckend seien. Studien aber belegen das Gegenteil.

Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen
Verdreht ÖVP-Abgeordneter Smolle wider besseres Wissen wissenschaftliche Studien?

FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch berichtigte eine Aussage des ÖVP-Abgeordneten Josef Smolle bezüglich Corona-Ansteckungsgefahr.

Sachliche Berichtigung nach Smolle-Rede

Rund um das Coronavirus wird viel geredet, und jeder sucht sich nach seinem Glauben die richtige Untersuchung aus einem Meer von Studien heraus. Wie aber der frühere Grazer Med-Uni-Rektor und heutige Nationalratsabgeordnete der ÖVP, Josef Smolle, auf die Idee kam, dass 50 Prozent der asymptomatischen Fälle ansteckend wären, blieb zunächst ein Rätsel.

Jedenfalls hat Smolle diese Behauptung in seiner Rede gestern, Donnerstag, im Parlament aufgestellt. Allerdings machte er da wohl die Rechnung ohne die aufmerksame Zuhörerin und gelernte Medizinerin Dagmar Belakowitsch, die sofort nach Smolles Verlautbarung am Rednerpult eine sachliche Berichtigung vornahm.

WHO und Uni-Klinik Innsbruck widersprechen ÖVP-Mann

Es sei unrichtig, was der ÖVP-Abgeordnete von sich gab, sagte Belakowtisch und untermauerte ihre Aussage mit wissenschaftlichen Arbeiten:

Bereits im Juni hat die WHO ausgeschlossen, dass asymptomatische Patienten andere anstecken. Im Herbst hat die sogenannte Wuhan-Studie, die bei einer Fallzahl von mehreren tausend Personen durchgeführt wurde, festgestellt, dass bei asymptomatischen Patienten überhaupt keine Gefahr ausgeht. Und jetzt zum Schluss gibt es noch in Innsbruck eine Studie, aus der hervorgeht, dass asymptomatische Patienten so gut wie niemand infizieren.

Wieso verdrehte Smolle Fakten?

In weiteren Wortmeldungen wurde dann klar, was Smolle gemeint hat: Er verwechselte (absichtlich?) asymptomatisch (Krankheitsverlauf ohne Symptom) mit präsymptomatisch (= der Zustand vor Auftreten eines Symptoms). Wieso ein ehemaliger Rektor einer Medizin-Universität so undifferenziert argumentiert und damit einen völlig falschen Eindruck über die Gefährlichkeit des Corona-Virus zu vermitteln versucht, ist jedenfalls bedenklich.

Schutz nach Infektion besser als durch Impfung

Eine der von Belakowitsch zitierten Studien, nämlich die ganz aktuelle von Forschern der Medizinuniversität Innsbruck (unzensuriert berichtete darüber bereits ausführlich), hält auch ganz klar fest, dass „die durchgemachte Erkrankung aus Immunisierungssicht viel wirksamer als eine Impfung“ sei. Außerdem:

Sinnvoll wäre es, wenn diejenigen, die sich impfen lassen wollen, zunächst auf bereits vorhandene Antikörper getestet werden.

Josef Smolle

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