Bundeskanzler Sebastian Kurz von der ÖVP hat die Landeshauptleute und die Bevölkerung über die Situation in Südtirol offenbar falsch informiert, zumindest aber nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Foto: Andy Wenzel / BKA
ÖVP-Kanzler Kurz informiert Bürger und Landeshauptleute falsch: Ärger über „Schulschwindel“

In Österreich gibt es überhaupt keine Grundlage für eine weitere Schulschließung. Das beweisen Statistiken der Bundesregierung. Und auch die Information von ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz gestern, Sonntag, an die Bevölkerung war falsch.

“Völlig falsche Daten” führt zu roter Corona-Ampel

Zuvor schon hatte Kurz die Landeshauptleute schon mit Halbwahrheiten informiert und als Argument für das Geschlossen halten des Schulbetriebs angeführt, dass Südtirol nach Öffnung der Schulen in einen harten „Lockdown“ müsste.

Kurz erzählte nicht die ganze Wahrheit. Denn Rom hat zwar tatsächlich die Corona-Ampel für Südtirol vorerst auf Rot gestellt, was bedeutet hätte, dass Gastronomie und Handel geschlossen und die Bewegungsfreiheit eingeschränkt wird, doch schon am Freitag traten Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gesundheitslandesrat Thomas Widmann vor die Presse und berichteten von „völlig falschen Daten“.

Kein harter “Lockdown” in Südtirol

Darüber wurde der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza informiert. In einer Krisensitzung wurde sodann beschlossen, den eingeschlagenen Weg Südtirols weiter zu gehen. Das heißt: In Südtirol soll sich bis auf weiteres nichts an den geltenden Corona-Regeln ändern. Das berichtet, samt Video von der Pressekonferenz des Landeshauptmanns und des Gesundheitslandesrates, auch das Internet-Medium Salto.

Von „Lockdown“ in Südtirol also keine Spur, Bars dürfen offen haben und nach 18 Uhr kein Take Away mehr anbieten, Skihütten müssen um 16 Uhr schließen und Hochprozentiges darf nicht ausgeschenkt werden, ein Eldorado im Vergleich zu Österreich.

Damit fehlt ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz ein wichtiger Baustein für sein Argument, den „Lockdown“ bis vorerst 8. Februar 2021 zu verlängern und die Schulen weiter geschlossen zu halten.

Grafik beweist: Keine Grundlage für Schulschließung

Dass es für ein weiteres Zusperren der Schulen auch faktisch kein Argument gibt, ist aus den Corona-Kennzahlen, die die Bundesregierung täglich veröffentlicht, eindeutig zu sehen. Demnach sind die Zahlen alle deutlich im Sinken. Die roten Balken sind die Zeiträume der Schulschließungen (euphemistisch als “Distance Learning” bezeichnet) von 17.11.2020 bis 4.12.2020 und seit 7. Jänner 2021 bis ???.  Die erste Schulschließung im Herbst erfolgte gleich am Höhepunkt der Welle. Im Jänner sind die Zahlen so niedrig wie schon lange nicht mehr, trotzdem wird zugesperrt, angeblich “nur” bis 8. Februar, aber wer glaubt das schon?

Sebastian Kurz

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