Eltern ärgern sich über Ankündigungs-Zickzack von ÖVP-Minister Faßmann – Unzensuriert

Schule auf, Schule zu – der Zickzack-Kurs von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann erreicht mit der Schulschließung bis 8. Februar einen neuen Höhepunkt – bei Coronavirus-Fallzahlen, die so niedrig sind wie schon lange nicht mehr.

Foto: Regina Aigner / BKA
Eltern ärgern sich über Ankündigungs-Zickzack von ÖVP-Minister Faßmann

Der Zickzack-Kurs von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann verärgert Eltern und Lehrer. Unzensuriert dokumentiert das Hin und Her von Faßmann in den vergangenen Wochen zum Thema “Schulschließung”.

Kurz: “Pandemie keine Frage der Fakten”

ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte gestern, Sonntag, bei einer Pressekonferenz, dass die Pandemie keine Frage der Fakten, sondern eine Frage der Verantwortung sei. Es gebe keine Garantie und Planbarkeit.

Vielleicht wollte der Kanzler damit den ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann in Schutz nehmen, der durch sein Ankündigungs-Zickzack nicht nur für Ärger bei den Eltern und Lehrer sorgte, sondern dadurch auch immer mehr an Glaubwürdigkeit verlor.

Bildungsreferenten einigen sich darauf, dass Schulen offen bleiben

Faßmanns Ankündigungs-Zickzack beginnt am 24. Oktober, nachdem die Bildungsreferenten der Bundesländer sich darauf festgelegt haben, dass Schulen auch bei roter Corona-Ampel offen bleiben sollen. Faßmann versichert daraufhin, keine Schulschließungen durchführen zu wollen. Diesbezüglich wisse er die Regierung hinter sich, sagte der ÖVP-Bildungsminister im “Ö1-Mittagsjournal”.

Am 5. November wies Faßmann Gerüchte zurück, wonach bereits am kommenden Montag alle Schulen – wie im Frühjahr – ins „Distance Learning“ geschickt werden. Zu diesem Zeitpunkt gab es 6.211 neue positiv Getestete, 50.643 aktuell positiv Getestete, 2.737 davon waren hospitalisiert, 407 Personen davon lagen in der Intensivstation.

Faßmann: “Schulschließungen nur die Ulitma Ratio”

Am 11. November betonte Heinz Faßmann am Rande einer Pressekonferenz, dass Schulschließungen nur die „Ultima Ratio“ sein dürften.

Am 17. November sperrt die Schule zu – diese Regelung soll bis 4. Dezember gelten. Zu diesem Zeitpunkt gibt es 7.091 neue positiv Getestete, 76.165 aktuell positiv Getestete, davon waren 4.525 hospitalisiert und 658 Personen in der Intensivstation.

Vom 7. Dezember bis 23. Dezember waren die Schulen dann wieder offen – bei folgenden Zahlen: 2.377 neue positiv Getestete, 41.754 aktuell positiv Getestete, 3.917 hospitalisiert, 609 davon in der Intensivstation.

“Bei Tests kann Schulbetrieb am 7. Jänner starten”

Am 15. Dezember machte Faßmann klar: Finden die Tests bereits am 5. und 6. Jänner und damit in den Ferien statt, könnte die Schule, wie vorgesehen, am 7. Jänner starten. Wird erst – wie ursprünglich für die nächsten Massentests vorgesehen – ab 8. Jänner getestet, würde das wohl eine Rückkehr der Schulen erst ab 11. Jänner bedeuten. Im Ö1-Mittagsjournal sagte Faßmann auf die Frage, ob die Weihnachtsferien aufgrund der Tests verschoben werden: “Das kann ich nicht ausschließen.“

Am 18. Dezember erfuhr man aus den Medien, dass für die Tage Donnerstag, 7. Jänner, und Freitag, 8. Jänner, unterrichtsfrei gegeben wurde.

Am 18. Dezember kündigt Faßmann in einer Pressekonferenz an, dass die Schulschließung nun vom 7. Jänner bis 15. Jänner 2021 dauern wird. Also, dass der 7. und 8. Jänner doch nicht unterrichtsfrei sind.

Schulschließung um eine Woche verlängert

Die Schule ist dann tatsächlich vom 7. bis zum 22. Jänner geschlossen, bei folgenden Fallzahlen vom 7. Jänner: 2.063 neue positiv Gesteste, 21.261 aktuell positiv Getestete, davon 2.354 hospitalisiert und 373 in der Intensivstation.

Am 13. Jänner wird die Schulschließung um eine Woche verlängert und angekündigt, dass es ab 25. Jänner nur noch Schichtbetrieb geben werde. Bei folgenden Fallzahlen am 13. Jänner: 1.575 neue positiv Getestete, 19.190 aktuell positiv Getestete, davon 2.179 hospitalisiert und 354 in der Intensivstation.

Schulen sperren erst wieder ab 8. Februar auf

Am 17. Jänner verkündet Bildungsminister Heinz Faßmann schließlich, dass die Schule nicht am 18. Jänner beginnt, sondern am 8. Februar in Wien und Niederösterreich beziehungsweise am 15. Februar in den anderen Bundesländern. Und zwar bei Coronavirus-Fallzahlen, die so niedrig sind wie schon lange nicht mehr, wie eine Graphik beweist.

Diese Historie der Ereignisse verdeutlicht, dass es bei der Entscheidung, ob die Schulen geschlossen oder geöffnet werden, nie um Fakten und Daten ging. Wohl auch nicht um Verantwortung, wie es Kanzler Kurz ausdrückte, denn für die Eltern und Lehrer ist dieser Zickzack-Kurs eine einzige Zumutung, und bei den Kindern wird ein Schaden angerichtet, der bestimmt noch in vielen Langzeitstudien nachgewiesen werden wird.

Heinz Faßmann

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