Mit einem fiktiven Abwurf einer Atombombe auf Wien wollte Außenminister Alexander Schallenberg ziemlich martialisch auf den reichlich wirkungslosen Atomwaffenverbotsvertrag hinweisen.

Foto: geralt / pixabay.com
Angst- und Panikmache werden Regierungsstil: Außenministerium wirft fiktiv Atombombe auf Wien

Nun hat sich auch der Außenminister der schwarz-grünen Regierung, der eigentlich parteifreie Alexander Schallenberg, vom Angst- und Panikmodus des ÖVP-Kanzlers Sebastian Kurz und seines grünen Vizekanzlers Werner Kogler anstecken lassen.

Menschen brennen

Schallenberg ließ auf YouTube ein Video veröffentlichen, das zeigt, was passieren würde, wenn Wien Ziel eines Atombomben-Abwurfs werden würde. In diesem Video wird man dann aufgeklärt, dass ein nuklearer Sprengstoff von 100 Kilotonnen einen Feuerball-Radius von 380 Metern hätte, alles würde in Asche sein, der Hitzewelle-Radius würde 2.500 Meter betragen und Menschen brennen.

Auch die Anzahl von Toten stünde mit 230.380 fest, zudem gebe es 504.460 Verletzte. Der Druckwellen-Radius würde bei einem Abwurf auf den Stephansdom bis Hütteldorf wirken. Fenster bersten. Bis Graz sogar würde der Aschenwolken-Radius reichen, der auch für radioaktive Verseuchung sorgt.

Martialischer Hinweis auf Atomwaffenverbotsvertrag

Mit dieser dramatischen Vorführung wollte Alexander Schallenberg auf die nukleare Gefahr und auf den Atomwaffenverbotsvertrag, der am 22. Jänner in Kraft trat, hinweisen. Er schreibt in diesem Video:

Mit dem Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) läuten wir den Anfang vom Ende dieser heimtückischen Waffen ein.

Aus EU nur Österreich, Irland und Malta dabei

Viel Wind um nichts könnte man sagen, denn beigetreten sind dem Vertrag bisher vor allem Länder Afrikas, Lateinamerikas und Asiens. Die Resonanz aus Europa blieb hingegen mau: Aus der Europäischen Union sind nur Österreich, die Republik Irland und Malta mit von der Partie. Die größte Lücke besteht aber seitens der Nuklearmächte: Sie lehnen den Vertrag rundweg ab.

Bündnis ohne NATO-Mitgliedsstaaten

Gleiches gilt für die 30 Mitgliedsstaaten der NATO. Das verwundert nicht: Atomwaffen sind für die Verteidigungsstrategie des transatlantischen Bündnisses essenziell. “Solange Nuklearwaffen existieren, wird die NATO ein nukleares Bündnis bleiben”, erklärte die NATO am 15. Dezember 2020. Da das Atomwaffenverbot nur die Vertragsstaaten rechtlich bindet, sieht sich das Bündnis dadurch zu nichts verpflichtet.

Atombombe

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