Für ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann gestaltete sich die Pressekonferenz, heute, Dienstag, zu seinem persönlichen Waterloo. Er musste Fehler zugeben und konnte Fragen der Journalisten nicht beantworten.

Foto: Regina Aigner / BKA
Unfassbar: ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann macht sich zum Testkasperl

Der Auftritt von ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann, heute, Dienstag, vor der Presse würde auch gut in ein Kuriositäten-Kabinett passen. Faßmann machte sich endgültig zum Testkasperl.

Test freiwillig, aber Kinder werden separiert

Faßmann sagte:

Die Tests sind freiwillig, das habe ich immer gesagt. Was ich aber nicht möchte, ist, dass geteste und ungetestete Kinder nebeneinander in der Klasse sitzen. Das würde letztlich unsere Bemühung konterkarieren und zunichte machen. Wer also nicht will, dass ein Kind getestet wird, der lässt es bitte zu Hause. Das Kind macht dann Homeschooling mit Unterstützung durch Lehrer und arbeitet Arbeitsaufträge ab.

Faßmann konnte Journalistenfrage nicht beantworten

Ein Journalist fragte nach:

Kinder, die schon Covid hatten, laut AGES über 20.000, sind diese von den verpflichtenden Tests grundsätzlich ausgenommen. Wie wird das festgestellt?

Darauf Faßmann:

Kinder, die schon Covid überstanden haben, müssen die sich testen lassen? Kinder, die Covid überstanden und hoffentlich schon genügend Antikörper entwickelt haben, um nicht mehr zu erkranken und um nicht mehr infektiös zu sein. Darf ich diese Frage, äh, diese Beantwortung verschieben. Ich bin mir nicht ganz sicher, inhaltlich haben Sie schon recht, aber es ist ja sehr schwierig dann auch den Nachweis – ich hab schon Covid, ich hab genügend Antikörper – äh, wir haben ja kein einziges schriftliches Dokument. Ich möchte jetzt auch nicht in eine Situation hineinkommen, wo man eine unglaubliche Bürokratie aufbaut. Daher bleibe ich bei dieser Antwort unpräzise und sage, das müssen wir uns noch anschauen.

Faßmann spricht von erhöhtem Risiko in Volksschulen

Auch bei den unterschiedlichen Zeiträumen, in denen die Schüler getestet werden, kam Faßmann ordentlich ins Schwitzen. Nach Plänen des Bildungsministeriums werden die Schüler der Sekundarstufe in Gruppen, ein Teil am Montag, der andere Teil am Mittwoch, in der Schule möglicherweise von den Lehrern getestet. Der Test sollte nicht älter als 48 Stunden sein.

In den Volksschulen ist das ein Problem, weil die Schüler fünf Tage im Klassen-Unterricht bleiben und weil dort am Freitag nicht, wie in der Sekundarstufe, schulfrei ist und die zuletzt am Mittwoch getesteten Kinder dann schon einen drei Tage alten Test haben. Dazu äußerte sich Faßmann so:

Da gibt es ein kleines erhöhtes Risiko. Würde sagen, ein kalkulierbares Risiko. Volksschüler und Volksschülerinnen haben in der Regel nicht so extensive Sozialkontakte, da gibt es noch eine stärkere Elternfixierung. Äh, äh, da haben Sie recht, da ist ein dreitägiger Zeitraum.

Noch viele offene Fragen für Schüler und Eltern

Damit ist das Wirrwarr rund um die Schulen noch lange nicht zu Ende. Es stellen sich für Eltern und Schüler, aber auch für Lehrer noch eine Menge Fragen. Ein Vater einer zehntjährigen Tochter hat unzensuriert geschrieben und möchte zum einmal wöchentlichen „Nasenbohrtest“ von den Pädagogen wissen:

Habt ihr entsprechende Schulungen bekommen oder wurden für euch Sicherheitsvorkehrungen getroffen?
Wenn man getestet wird, dann trägt der Tester ja Schutzanzug, Mundschutz, Handschuhe, Visier und dergleichen.
Was müsst ihr tragen? All das auch oder genügt bei euch ein Mundschutz?
Und wie müsst ihr handeln, wenn ein positives Ergebnis erzielt wird ? Wie wird das dann mit der Aufsicht der Kinder geregelt, wenn ein Kind separiert werden muss?
Wie werden die Tests – auch die positiven – entsorgt?
Wer ist haftbar, wenn sich ein Kind verletzt?

Zwangstestung mit gigantischer Fehlerquote

Diese Zwangstestungen in den Schulen sind nun bis Ostern vorgesehen. Dafür sind 20 Millionen Tests bestellt worden. Bei einer Fehlerquote von 0,74 Prozent (hat Faßmann in der ZIB einmal gesagt) sind dann knapp 150.000 die falsch Positiv getestet werden.

Das heißt: Jeder siebente Schüler, durchschnittlich jeder Dritte einer Klasse, bekommt ein falsches Ergebnis. Zudem geht bei den Tests auch viel Zeit drauf. In der Sekundarstufe gibt es angeblich das Mittel nur in einer Flasche und es muss vom Lehrer ausgeteilt werden.

FPÖ-Brückl: Testzwang für Schüler ist auch Anschlag auf allgemeine Schulpflicht!

Der Bildungssprecher der FPÖ, Hermann Brückl, hielt heute in einer Pressekonferenz, die er gemeinsam mit dem Landeshauptmann-Stellverterter Manfred Haimbuchner in Oberösterreich abhielt nochmals die klare Botschaft der FPÖ fest: „Es darf keinen Testzwang für die Schüler und keine Testungen in den Schulen geben. Schule ist möglich und der Schulbesuch muss ganz regulär durchgeführt werden – und zwar ohne FFP2-Maske in der Oberstufe, denn das ist ein Verbrechen, das an unseren Kindern begangen wird.“

Heinz Faßmann

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