Ein Juso-Funktionär träumt vom Erschießen oder wahlweise auch Erhängen von politischen Gegnern.

Foto: Ken Lunde / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
Liberale, Vermieter und Reiche: SPD-Nachwuchs will politische Gegner erschießen

Ein Funktionär des SPD-Nachwuchses soll Gewalt gegen politische Gegner im Internet verherrlicht haben. Nach einem Bericht der Bild stammen die abstrusen Mordphantasien sogar von einem Vorstandsmitglied der Berliner “Jungsozialisten” (Jusos), der Jugendorganisation der Sozialdemokraten.

Liberale, Vermieter und Milliardäre ermorden

Bengt Rüstemeier hatte in seinen Hassbotschaften offensichtlich Buchstaben durch Symbole und Zahlen ersetzt – lesbar waren die Postings auf dem Kurznachrichtendienst Twitter natürlich trotzdem: So fragt Rüstemeier, wann man denn die Mitglieder der FDP-Jugendorganisation, die Jungliberalen, erschießen könne. Auch dem Erschießen von Vermietern scheint Rüstemeier nicht abgeneigt zu sein:

Jungl1b€ra£€ €r5h007€n wann? (Jungliberale erschießen, wann?)

Ein v€rm1€7€rschw€!n  persönlich zu €rsh0073n kann hilfreich sein aber, aber muss nicht notwendig voraussetzung sein. (Ein Vermieterschwein  persönlich zu erschießen (bzw. “ershooten”) kann hilfreich sein, aber muss nicht notwendig Voraussetzung sein.)

Generell scheinen besonders vermögende Menschen bei Rüstemeier auf wenig Gegenliebe zu stoßen, so formuliert er seine abwegigen Gedanken bezüglich des amerikanischen Multimilliardärs und Amazon-Gründers Jeff Bezos weniger verklausuliert (Rechtschreibfehler im Original):

sollte jeff bezos eines tages unerwartet den folgen einer sprengstoffverletzung erliegen, käme ich nicht umhin, eine klammheimliche freude zu verspüren.

Berliner SPD-Nachwuchs: Gewaltaufrufe nicht mit Grundwerten vereinbar

Wie die Bild weiter berichtet, soll der junge Genosse nicht zum ersten Mal auffällig geworden sein. Schon öfter soll Rüstemeier ähnliche Phantasien verbreitet haben, politische Gegner sollten dabei nicht nur erschossen, sondern wahlweise auch erhängt werden.

Von den Berliner Jusos kam bisher noch keine Distanzierung von ihrem verhaltensauffälligen Parteifreund. Die neue Bundesvorsitzende der Jungsozialisten, Jessica Rosenthal, hat sich noch nicht zu der Angelegenheit geäußert. Lediglich eine kurze Botschaft gegen “Gewalt und Hatespeech” setzte der Berliner Landesverband auf Twitter ab – allerdings ohne sich konkret auf Rüstemeiers Entgleisungen zu beziehen.

SPD-Nachwuchshoffnung ist Senat der Humboldt-Universität

Der Juso-Funktionär mit Gewaltphantasien soll auch Mitglied im Senat der Humboldt-Universität in Berlin sein. Nachdem sich die dortige Juso-Hochschulgruppe mit knappen Worten (“In keinster Weise repräsentieren diese Äußerungen jungsozialistische Politik“) distanzierte, wurde dieser Post bereits kurz danach wieder gelöscht.

Glock

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