Wie lebensfremd die Verordnung der Bundesregierung ist, zeigen täglich die Bilder aus den öffentlichen Verkehrsmitteln in Wien.

Foto: High Contrast / Wikimedia (CC-BY-3.0-DE)
Fahren Sie Schnellbahn, Herr Kurz? Dort lacht man Sie jeden Tag wegen des Zwei-Meter-Abstands aus

Der von der Bundesregierung verordnete Zwei-Meter-Abstand als Maßnahme gegen das Coronavirus gilt seit gestern, Montag. Und seit gestern pfeifen die Menschen zu Recht auf diese praxisfremde Verordnung.

Keine Spur von einem Zwei-Meter-Abstand

Die eindrucksvollsten Bilder des vermeintlichen Ungehorsams findet man in den sozialen Medien. Auf Facebook hielt eine Nutzerin die Situation in der Schnellbahn „S4“ fest, als der Zug vom Praterstern abfuhr. Da herrschte dichtes Gedränge – von einem Zwei-Meter-Abstand war da keine Spur. Wobei es dafür in der Verordnung zumindest eine Ausnahme gibt:  Ist auf Grund der Anzahl der Fahrgäste sowie beim Ein- und Aussteigen die Einhaltung des Abstands von mindestens zwei Metern nicht möglich, kann davon ausnahmsweise abgewichen werden. Wieso gerade da und nicht auch zB bei regierungskritischen Demonstrationen ist sicher evidenzbasiert.

Auch beim Einkaufen hält Abstandsregel nicht

Das gleiche Bild präsentierte sich in den Wiener-U-Bahnen. Und beim Einkaufen in den Lebensmittelhäusern kommen sich die Kunden ständig näher als von der Regierung vorgeschrieben (siehe Foto).

Einkaufen

Verordnung ist lebensfremd

Den Menschen wird etwas aufgebürdet, was sie in ihrem wirklichen Leben einfach nicht umsetzen können. Interessant auch, dass in den vollbesetzten öffentlichen Verkehrsmitteln kein Wachpersonal oder die Polizei für die Einhaltung der Vorschrift sorgt. Auch sie wissen: Diese Verordnung ist lebensfremd.

Virus nur bei Regierungskritikern gefährlich

Umso mehr fragt man sich, warum ÖVP-Innenminister Karl Nehammer so erpicht darauf war, die Demo-Teilnehmer am 31. Jänner in Wien, die im Freien zum Großteil mit Masken unterwegs waren und wegen der Menschenmassen nicht ständig den Zwei-Meter-Abstand einhalten konnten, so hart zu bestrafen?

Wenn es Nehammer tatsächlich um Gesundheitsgefährdung ginge, müsste er seine Exekutivbeamten doch auch in die Öffis schicken, wo täglich Gedränge herrscht und das Virus – glaubt man der Darstellung der schwarz-grünen Regierung – doch Hochsaison haben müsste.

Logisch ist das alles nicht. Man merkt die Absicht und ist verstimmt, weil der Innenminister mit zweierlei Maß misst und dort seine Beamten zu hartem Eingreifen und saftiger Bestrafung animiert, wo regierungskritische Stimmen laut werden.

S-Bahnstation Rennweg

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link