Alpine Ski-WM: ORF als historisches Trampeltier und ideologischer Hardliner – Unzensuriert

Im ladinischen Cortina d’Ampezzo wurde heute, Sonntag, die Ski-WM beendet. Dabei erwies sich der ORF einmal mehr als Elefant im Porzellanladen.

Foto: Kallerna / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Alpine Ski-WM: ORF als historisches Trampeltier und ideologischer Hardliner

Zum feierlichen Abschluss der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in Cortina d´Ampezzo, die für Österreich sehr erfolgreich verlaufen ist, brachte der ORF heute, Sonntag, einen Zusammenschnitt von Bildern der wichtigsten Momente. Dabei unterlegte er die Bilderreportage mit dem Lied „Bella ciao“.

Ungenierte Propaganda

Das ist nicht irgendein Lied, das ist ein kommunistisches Propagandalied, „das in der Version der italienischen Partisanen im Zweiten Weltkrieg bekannt wurde. Es entwickelte sich zu einer der Hymnen der antifaschistischen, anarchistischen, kommunistischen und sozialdemokratischen Bewegungen“.

Das Lied kannte während des Zweiten Weltkriegs kaum jemand, schon gar nicht am WM-Austragungsort. Bekannt wurde es erst in der Nachkriegszeit durch die kommunistische Propaganda, die daraus, neben der Internationale, ihre „Hymne“ machte.

Keine Reminiszenz an Italien

„Bella ciao“ ist kein Lied, mit dem sich die Italiener identifizieren können, sondern ein Symbol der Spaltung, da es ein parteiisches Lied der Kommunisten und radikalen Linken ist. Es ist also völlig unpassend und unangemessen, falls der ORF damit Italien repräsentieren wollte.

Historisch und kulturell ignorant

Zudem ist Cortina d’Ampezzo ladinisches Gebiet, was dem ORF nicht eine Bemerkung wert war. Vom ladinischen (Anpëz) oder deutschen Ortsnamen (Hayden) ganz zu schweigen. Und auch nicht, dass der WM-Austragungsort bis 1918 zu Tirol und damit Österreich gehörte. 144 Ampezzaner sind im Ersten Weltkrieg für Österreich gefallen, keiner für Italien.

Da war nichts mit „Bella ciao“. Dafür gab es bei Kriegsende bis heute von italienischen Partisanen durchgeführte und bis heute nicht aufgeklärte Entführungen und Ermordungen von Ladinern, die der Kollaboration mit der deutschen Verwaltung (1943 bis 1945) beschuldigt wurden.

WM-Austragungsort will zurück nach Tirol

Hayden hat erst 2007 für die Wiederangliederung an Südtirol gestimmt und damit bekundet, dass es sich eben nicht als Italien versteht.

Deshalb war auch der ORF-Kommentar deplaziert über den Erfolg von Alex Vinatzer, einem Ladiner aus dem Südtiroler Grödental, der ein Erfolg auf „eigenem Boden“ wäre, wobei der ORF wohl nicht das Land der Ladiner, also Tirol, meinte.

Österreichs vergessene Völkchen

Wer mehr über dieses umstrittene Fleckchen Europa wissen möchte, vor allem seine enge Verbundenheit zu Österreich, dem sei die neue Eckartschrift „Ladiner und Windische“ empfohlen. Der Autor Martin Hobek liefert dort einen Bericht über „Österreichs vergessene Völkchen“ und bietet einen Ausblick. Das Büchlein ist um 9,20 Euro über die ISBN-Nummer 978-3-902350-79-4 im Buchhandel erhältlich oder zu bestellen unter: [email protected]

Cortina_d'Ampezzo

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