Mit seinen fast 50 Jahren ist das Atomkraftwerk Bugey nahe der deutschen Grenze am Ende seiner geplanten Lebensdauer angelangt. Trotzdem soll es weiter Strom liefern.

Foto: Permission / Wikimedia (CC BY 2.0)
Irgendwo muss der Strom ja herkommen: Frankreich verlängert Laufzeit für alte AKW

Während die Bundesrepublik Deutschland sowohl aus der Atomkraft als auch aus der kalorischen Energiegewinnung aussteigt, plant Frankreich die Laufzeit seiner Atomkraftwerke zu verlängern.

Überschreiten der geplanten Lebensdauer

Die 32 ältesten Atommeiler sollen statt 40 Jahren ab sofort 50 Jahre laufen, also um ein Viertel länger als die ursprünglich geplante Lebensdauer der Kraftwerke. Mit allen Risiken, die ältere technische Anlagen in sich bergen.

Die französische Atomaufsicht Autorité de sûreté nucléaire (ASN) verlangt nur einige Reparaturen an den alten Atomkraftwerken, etwa dem Atommeiler Bugey östlich von Lyon und in Windrichtung Deutschland, der bereits jetzt fast 50 Jahre in Betrieb ist.

Moralische Botschaft auf Kosten der Deutschen

Kritik kam postwendend aus Berlin. Bundesumweltministerin Svenja Schulze kritisiert die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Anders als in Deutschland, wo bis Ende 2022 alle Atomkraftwerke still gelegt werden, steht in Frankreich die emissionsfreie Energiegewinnung mittels Kernenergie nicht zur Diskussion. Frankreich deckt seinen Strombedarf zu 75 Prozent mit Atomkraft. Immerhin muss der Strom ja irgendwo herkommen.

Diese Frage scheint in Deutschland nicht wichtig. Man schaltet einfach ab; lediglich die Entschädigungsfrage der Kraftwerksbetreiber ist noch offen. Und natürlich die künftigen Stromkosten in jenem Land Europas, wo Bürger und Industrie jetzt schon die höchsten Stromkosten bezahlen müssen.

Atomkraftwerk Bugey

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