Razzia bei Bekanntem von Kurz: China-Masken sollen umetikettiert worden sein – Unzensuriert

Die Polizei soll mit Hundestaffel zur Hausdurchsuchung bei der Hygiene Austria, die Masken produziert, angerückt sein.

Foto: unzensuriert
Razzia bei Bekanntem von Kurz: China-Masken sollen umetikettiert worden sein

Beim Maskenproduzenten “Hygiene Austria” in Wiener Neudorf fand heute, Dienstag, am Nachmittag eine Hausdurchsuchung mit Finanzpolizei, Wega und Hundestaffel statt. Die Firma steht im Verdacht, China-Masken umetikettiert zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Brisante Hausdurchsuchung bei Bekanntem von Kurz

Für eine Stellungnahme war weder direkt bei “Hygiene Austria”, noch bei der PR-Beratung der Firma, Schütze Positionierung GmbH, jemand erreichbar. Laut Kronen Zeitung bestätigt ein Sprecher der Lenzing AG, dass der Verdacht der Umetikettierung im Raum steht. Gegenüber der APA wird die Durchsuchungen an zwei Adressen – in der Donau-City-Straße in Wien bei Palmers und in Wiener Neudorf, wo auch die “Hygiene Austria” ihren Produktionsstandort habe – bestätigt, jedoch die Vorwürfe zurückgewiesen: “Die Hygiene Austria LP weist die heute erhobenen, haltlosen Vorwürfe auf das Schärfste zurück. Wir kooperieren eng mit den Behörden und werden alles zur Aufklärung beitragen.”

Die Razzia ist vor allem deshalb brisant, weil der Ehemann der Büroleiterin von ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz, Lisa Wieser, in einer einflussreichen Funktion aufscheint. Wie berichtet, wurde das Unternehmen „Hygiene Austria“ erst im März 2020, kurz vor der Verkündung des ersten „Lockdown“, gegründet. Der Ehemann der Kurz-Assistentin, Luca Matteo Wieser, fungiert als Vorstand der Palmers Textil Aktiengesellschaft, ihr Schwager, Tino Wieser, ist laut Firmenbuch Geschäftsführe der “Hygiene Austria” und ebenfalls im Vorstand der Palmers Textil AG. Insgesamt ist das Brüderpaar Wieser sehr umtriebig. Sie sind in einigen Firmen gemeinsame Gesellschafter und Geschäftsführer.

Die “Hygiene Austria LP GmbH” ist im Besitz der Palmers Textil Aktiengesellschaft (49,9 %) und der Lenzing Aktiengesellschaft (50,1%).

Interview mit Fernsehen nach FFP2-Maskenpflicht

Tino Wieser gab am 25. Jänner bei Einführung der FFP2-Maskenpflicht in Österreich dem Sender oe24 ein Interview, das jetzt besondere Bedeutung haben könnte:

Sollte sich der Verdacht bewahrheiten und gefälschhte Masken im Umlauf sein, wäre das vor allem deshalb peinlich, weil ausgerechnet ein Bekannter von Bundeskanzler Kurz dafür unternehmerisch verantwortlich wäre.

Dankesrede von Kurz zur Firmengründung

Am 24. April berichtete austrianews24.at über die Gründung des Unternehmens “Hygiene Austria LP GmbH” durch Lenzing AG und Palmers Textil AG. Eingebettet in den Artikel ist eine Rede von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz, in der er sich im Namen der Bundesregierung für die verantwortungsvolle Haltung bedankt.

Ehefrau Nehammers bei PR-Beratungsfirma des Unternehmens tätig

Laut vienna.at ist die Ehefrau von ÖVP-Innenminister Karl Nehammer, Katharina, ausgerechnet für jene PR-Agentur tätig, die auch für die “Hygiene Austria” arbeitet. Sie soll in der PR-Agentur aber andere Aufgaben erfüllen als die Betreuung der Maskenproduktions-Firma.

Hofer vermutet Skandal der Extraklasse

FPÖ-Chef Norbert Hofer sagte in einer Aussendung, es vergehe kein Tag, ohne dass im ÖVP-Universum weitere dunkle Wolken aufziehen. Nach der Hausdurchsuchung bei Finanzminister Gernot Blümel und den besorgniserregenden Attacken der ÖVP auf die unabhängige Justiz stehe seit kurzem „Hygiene Austria“, die größte österreichische Produktionsfirma für FFP2-Schutzmasken, im Fokus der Ermittler. Hofer meinte zudem:

Was auch immer diese Bundesregierung anpackt, geht schief. Im Sommer 2020 wurden zehn Millionen großteils fehlerhafte FFP2-Masken aus China in den österreichischen Altenwohn- und Pflegeheimen verteilt. Nicht zuletzt durch die Produktion bei „Hygiene Austria“ bestand die Hoffnung, dass die Ramsch-Masken aus Fernost endgültig der Vergangenheit angehören. Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass dort nicht Masken produziert, sondern lediglich China-Masken umetikettiert wurden, wofür sich der Kanzler dann auch noch im Namen der Republik bedankt, dann wäre das ein Skandal der Extraklasse.

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