FPÖ-Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker will mittels einer parlamentarischen Anfrage auch herausfinden, ob die Finanzpolizei in die Ermittlungen der WKStA eingebunden wurde.

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Causa „Hygiene Austria“: Jetzt soll Subfirma Schuld an Schwarzarbeitern sein

Nach der Hausdurchsuchung beim Maskenproduzenten „Hygiene Austria“, wo ein Bekannter von Sebastian Kurz in Führungsposition ist, kommen täglich neue Details ans Licht.

Doch chinesische Masken verwendet

Noch am Tag der Razzia, am 2. März, wies „Hygiene Austria“ alle Vorwürfe zurück: Keine Masken aus China, keine Schwarzarbeiter, kein schwerer Betrug. Doch schon einen Tag später gab man in einer Aussendung zu, doch chinesische Masken verwendet zu haben. Wörtlich teilte das Unternehmen mit:

Um den zwischenzeitlichen Nachfrageanstieg zu bewältigen, wurde ein chinesischer Lohnfabrikant mit der Produktion von Masken nach dem Baumuster der Hygiene Austria beauftragt.

Im Raum steht, dass chinesische Waren nach Österreich geliefert und dann bei “Hygiene Austria” auf “Made in Austria” umetikettiert wurden. Zahlreiche Supermärkte haben daraufhin die Produkte des Maskenproduzenten aus den Regalen genommen.

Parlamentarische Anfrage zu Schwarzarbeitern

Heute, Freitag, wurde durch eine parlamentarische Anfrage des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Hafenecker bekannt, dass es vielleicht doch Schwarzarbeiter gegeben haben könnte. Hafenecker beruft sich auf die Presseaussendung des Maskenproduzenten vom 3. März, in der man wie folgt zur Anschuldigung Stellung bezog:

Professionelle österreichische Personaldienstleistungsunternehmen sind von Hygiene Austria mit der Überlassung von Arbeitskräften beauftragt. Es liegt also grundsätzlich in deren Verantwortung, für eine rechtmäßige und ordnungsgemäße Anmeldung zu sorgen.

Das ließe darauf schließen, so Hafenecker, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) auch gegen diese Personaldienstleistungsunternehmen ermittelt. Zu diesen Firmen würden laut Hafenecker die OBA Group in Wien-Innerer Stadt sowie die “Ante Portas GesmbH” in Wien-Penzing zählen. Der FPÖ-Abgeordnete möchte deshalb von der Justiz wissen, ob diese Unternehmen im Visier der Staatsanwaltschaft sind und wenn ja, unter welchem Verdacht sie stehen.

Personaldienstleister schmückt sich mit Polit-Prominenz

Schaut man auf die Homepage der “Ante Portas GesmbH”, könnte man erneut zum Schluss kommen, dass es hier – wie schon bei der „Hygiene Austria“ – politische Verwicklungen gibt. Auf der Fotogalerie werden Bundespräsident Alexander Van der Bellen, ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz oder Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern präsentiert – darüber brüstet sich das Unternehmen mit dem Text:

Wir arbeiten mit und für tolle Persönlichkeiten und wollen mit dieser Galerie all unseren Begegnungen und Unterstützern Danke sagen!

Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Finanzpolizei

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