Schwarzarbeiter, Betrugsverdacht und eine geheimnisvolle Liechtensteiner Stiftung im Unternehmen des Kurz-Bekannten – Unzensuriert

Es dürfte so gut wie feststehen, dass Millionen chinesische Masken bei der “Hygiene Austria” auf österreichische Qualitätsprodukte umetikettiert wurden.

Foto: Peter Paul Bundschuh
Schwarzarbeiter, Betrugsverdacht und eine geheimnisvolle Liechtensteiner Stiftung im Unternehmen des Kurz-Bekannten

Chinesische Masken, statt der angepriesenen österreichischen Qualitätsprodukte, nicht angemeldete Arbeitskräfte, fragwürdige Arbeitsbedinungen und eine Liechtensteiner Stiftung, die Rechnungen bezahlt: Die Liste der Vorwürfe beim Markenproduzenten „Hygiene Austria“ wird immer länger – und da sind noch nicht einmal die familiären Verbindungen direkt ins ÖVP-Bundeskanzleramt von Sebastian Kurz dabei.

Streit der Eigentümer eskaliert

Gestern, Montag, eskalierte der Streit zwischen den Eigentümern der Firma, Palmers und Lenzing. Der Faserhersteller Lenzing zog nämlich seine beiden Geschäftsführer ab, nachdem sie fehlende Zugänge zu Unterlagen beklagten. Tino Wieser, der verbliebene Geschäftsführer von Minderheitseigentümer Palmers, warf Lenzing darauf ein „Davonstehlen“ vor.

Familäres Band in das Bundeskanzleramt

Tino Wieser, Schwager der Büroleiterin von Kurz, Lisa Wieser, deren Mann Luca Matteo Wieser fungiert als Vorstand der Palmers Textil Aktiengesellschaft, nahm am Montag im ORF zu den Vorwürfen Stellung.

In der ZiB 2 bestritt Tino Wieser, von den Schwarzarbeitern gewusst zu haben, man habe drei Personalbereitstellungsfirmen beschäftigt und daher keinen Einblick gehabt. Wieser wurde gefragt, warum eine Liechtensteiner Stiftung eine Lieferung von 20 Millionen Masken aus China bezahlt habe. Darauf Wieser:

Dazu möchte ich nichts sagen.

Und was die familiären Verbindungen ins Bundeskanzleramt betreffen, rechnete Wieser lediglich ausweichend vor, nur etwa ein Prozent der Maskenproduktion der Bundesbeschaffungsagentur oder dem Bundeskanzleramt geliefert zu haben.

Firma wurde kurz vor dem ersten “Lockdown” gegründet

Es stellt sich immer mehr heraus, dass die von der „Hygiene Austria“ nach der Razzia am 2. März als „haltlos“ zurückgewiesenen Vorwürfe gar nicht so haltlos sind. Fast täglich tauchen neue Details auf, etwa eine Liechtensteiner Stiftung, über die Herr Wieser nicht reden möchte.

Zudem erscheint es ziemlich merkwürdig, dass die „Hygiene Austria“ erst im März 2020, kurz vor der Verkündung des ersten „Lockdowns“ gegründet wurde und dann Maskenlieferant für das Parlament und zahlreiche Supermärkte wurde. Ein Schelm, wer denkt, dass diese Geschäfte etwas mit den familiären Verbindungen in das Bundeskanzleramt zu tun haben.

In diesem Video bedankt sich Bundeskanzler Sebastian Kurz im Namen der Bundesregierung bei der „Hygiene Austria“ für den Mut, schnell sichergestellt zu haben, dass es nun Masken „Made in Austria“ gibt:

Ehefrau von Nehammer arbeitet für PR-Agentur der “Hygiene Austria”

Wie berichtet, ist auch die Ehefrau von ÖVP-Innenminister Karl Nehammer, Katharina, ausgerechnet für jene PR-Agentur tätig, die auch für die „Hygiene Austria“ arbeitet. Sie soll in der PR-Agentur Schütze aber andere Aufgaben erfüllen als die Betreuung der Maskenproduktions-Firma.

Chinesische Masken / Sobotka / Kurz

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