ÖVP-Umwelt-Staatssekretär Magnus Brunner zeigt sich gern in Videokonferenzen, doch in Wirklichkeit flog er ausgerechnet im Corona-Jahr auffällig oft in sein Heimatbundesland Vorarlberg.

Foto: BMK
Ausgerechnet ÖVP-Umwelt-Staatssekretär Brunner flog im Vorjahr 23 Mal in die Heimat Vorarlberg

Der ÖVP-Staatssekretär im Umweltministerium, Magnus Brunner, ist auffällig oft von Wien in seine Heimat Vorarlberg geflogen – zu Arbeitsgesprächen, wie er sagt.

“Grünes” Ministerium als Vielflieger

Aufgefallen sind die häufigen Flugreisen zwischen Wien und Vorarlberg, weil der FPÖ-Abgeordnete Walter Rauch in einer parlamentarischen Anfrage die Kosten der Flugreisen im Ressort der grünen Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), Leonore Gewessler, herausfinden wollte. Diese machen übrigens im Jahr 2020 insgesamt 145.428,04 Euro aus. Details zu den Flügen wurden nicht preisgeben:

Im Jahr 2020 wurden mehrere hundert Flüge gebucht.
Ich ersuche daher um Verständnis, dass eine derartige Auswertung einen zu hohen Verwaltungsaufwand darstellen würde.

Bemerkenswert, dass ausgerechnet das “grüne Ministerium” offensichtlich viel fliegt. Aber fast noch interessanter sind die Angaben ihres ÖVP-Staatssekretärs: Magnus Brunner saß nämlich ziemlich oft im Flieger nach Vorarlberg, seinem Heimatbundesland. Das kostete den Steuerzahler in nur einem Jahr 7.882 Euro.

“Diverse Termine” als Grund für Dienstreise

Zudem bleibt eine schiefe Optik. Denn die Angaben Brunners zum Zweck der Reisen zwischen seinem Arbeitsort Wien und Vorarlberg scheinen nicht immer plausibel. So hatte er am 23. Jänner einen „Antrittstermin“ bei der FH Jobmesse in Dornbirn, am 31. Jänner ein „Arbeitsgespräch“ zum Thema „öffentlicher Verkehr“, am 17. Februar eine Betriebsbesichtigung, am 18. September „Stakeholdergespräche“ oder am 24. Oktober „Diverse Termine“.

Ein Schelm, wer denkt, dass sich die Aufzählung der Termine wie ein Fahrtenbuch eines Steuersünders liest. Jedenfalls dokumentiert die Anfragebeantwortung der Ministerin Gewessler, dass Brunner im Corona-Jahr 2020 gerne auf Staatskosten zwischen Wien und Vorarlberg hin und her flog. Insgesamt 23 Mal. Ob dabei immer die angegebenen beruflichen Termine in Vorarlberg der wahre Reisegrund waren?

Unzensuriert hat den Staatssekretär am Montag um eine Stellungnahme bis Mittwoch zu den Flugreisen in seine Heimat gebeten. Unsere Anfrage blieb aber bisher unbeantwortet.

Hier die Auflistung der einzelnen Flüge des Staatssekretärs:


Staatsekretär Magnus Brunner

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