“Ibiza-Detektiv” Julian H. erhebt vor dem deutschen Bundestag schwere Vorwürfe gegen Kanzler Kurz. Was weiß das BVT dazu?

Foto: Dragan Tatic / BKA
“Ibiza-Detektiv” bezichtigt Kurz vor deutschem Bundestag der Kokserei bei Promi-Wirt

Der mutmaßliche Ibiza-Drahtzieher Julian H. sagte im deutschen Bundestag aus, von Videos gehört zu haben, in denen Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) Kokain konsumieren soll. Dies berichtet das oberösterreichische Wochenmagazin Wochenblick in seiner jüngsten Ausgabe. Auch unzensuriert liegt das Proitokoll vor.

Aussage unter Wahrheitspflicht

Julian H. scheint ein richtiger Insider zu sein, wenn es um die schmutzigen Verstrickungen zwischen Politik und Wirtschaft geht. Deshalb ist es kein Wunder, dass er aktuell im deutschen Bundestag in den Untersuchungsausschuss zur Wirecard-Causa geladen wurde.

Vor wenigen Tagen erzählte er nun vor diesem Ausschuss freimütig von Videos, die den österreichischen Bundeskanzler bei „Konsum und Weitergabe“ von Kokain zeigen sollen. Der Vorfall soll kurz nach der Nationalratswahl 2017 in einem Hinterzimmer eines bekannten Szene-Gastronomen stattgefunden haben, gegen den es schon in der Vergangenheit Drogen-Vorwürfe gab.

Die Befragung im Wortlaut:

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Sie hatten von dieser Sequenz – sie ist immer noch da auf Twitter, habe ich gerade festgestellt, – berichtet. Aber sind Ihnen darüber hinaus auch vielleicht nicht von Ihnen angefertigte Bild- oder Tonaufnahmen bekannt?

Julian H.: Wie gesagt, meines Wissens nach gibt es ein Video, das diese Thematik, die auf dieser Sequenz hier beschrieben wird, beinhalten soll. Das soll existieren. Ja.

Okay. Aber das ist nicht von Ihnen angefertigt worden.

Nein. Aber ich habe mit jemandem sprechen können, der es gesehen hat, und mit jemandem, der anwesend war. Beide bestätigen inhaltlich, dass es stattfand.

Und wissen Sie, wo das entstanden ist, in welchem Kontext, wann?

In den Büroräumlichkeiten des ****** ** [Anm. der Redaktion: Ein bekannter Szene-Gastronom], ich glaube, kurz nach der Wahl 2017.

Okay. Und wer war da anwesend?

Unter anderem der jetzige Bundeskanzler Kurz und noch ein paar andere ÖVP-Leute und -Konsorten.

Okay. Also, ich fasse ‘mal kurz zusammen: Sie haben davon gehört, dass es in den Büroräumen von dem ****** ** ein Treffen gab, wo der Herr Kurz und andere ÖVPler mit dabei waren.

Unter anderem.

Und in diesem Video ging es von ihrem – es ist ja Hörensagen – um was?

Ist es, ja. – Entschuldigung.

Ich wollte eigentlich jetzt nur noch quasi wissen, ob Sie uns kurz noch ‘mal sagen können, was in diesem Video…

Gerüchtehalber der Konsum und die Weitergabe von Kokain. Also vom Hörensagen.

Was weiß das ÖVP-dominierte BVT?

Abschließend berichtet der Detektiv auch davon, dass der österreichische Nachrichtendienst BVT über den Vorfall informiert sei und interne Papiere besäße. Der Anwalt des Szene-Gastronomen bestreitet jedenfalls gegenüber dem Wochenblick die Vorwürfe. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Bereits im Sommer 2019 tauchten diese Vorwürfe auf und wurden auf der Seite zoom.institute publiziert. Martin Ho klagte auch – Ausgang des Verfahrens unbekannt.

Sebastian Kurz / Gernot Blümel

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