Auch wenn auf dem Etikett “aus Österreich” steht, heißt das noch lange nicht, dass das Getreide für unser Gebäck nicht von weit her importiert wurde.

Foto: Ralf Roletschek / Wikimedia
Mogelpackung Herkunftsbezeichnung: Bürgern wird verheimlicht, woher das Essen wirklich kommt

Gerade von politischer Seite wird dem Verbraucher oft der Vorwurf gemacht, er kaufe nicht „richtig“ ein. Besonders grünbewegte Meinungsmacher kritisieren, dass der Verbraucher schuld daran sei, wenn Umwelt- und die heute so beliebten Klimaschutzstandards nicht greifen, weil er das falsche Produkt kauft.

Rätselraten am Supermarktregal

Doch der Konsument ist heute kaum in der Lage zu erkennen, woher sein Lebensmittel im Regal stammt, sprich, ob der Hersteller an Umweltauflagen gebunden ist, wie in Österreich oder der Bundesrepublik Deutschland, oder nicht, wie in China.

Besonders schwierig wird es bei verarbeiteten Lebensmitteln. Denn hier greifen die Hersteller gerne auf den Zollcodex zurück, was bedeutet, dass Brot mit dem Herkunftsland Österreich ausgezeichnet werden darf, wenn das Mehl in einer Mühle in Österreich gemahlen wurde; das Getreide selbst kann jedoch von irgendwo stammen.

Österreichische GTIN-Nummern für chinesische Produkte

Dann gibt es den Strichcode, die GTIN-Nummer, die aus 13 oder acht Ziffern besteht. Für österreichische Produkte vergibt alleinig die 100-Prozent-Tochter der Wirtschaftskammer „GS1 Austria“ die Nummern.

Die sogenannte Länderkennung sagt aber nichts über das Produkt an sich aus. An ihr kann man lediglich ablesen, welche GS1-Vergabestelle diesen Nummernkreis verwaltet. Kurz und gut: Auch chinesische Hersteller kaufen gerne österreichische GTIN-Nummern – und der Konsument bildet sich ein, dass das Produkt, das er erstehen will, aus Österreich stammt.

Verschleierung der Herkunft

Und das wird dann auch entsprechend vermarktet: Mit entsprechenden Werbeaufdrucken wird dem Konsumenten auch aktiv suggeriert, dass das Produkt österreichischen Ursprungs ist. Denn der Markt weiß: Der Konsument schätzt – wider alle one-world-Propaganda – doch die heimischen Produkte am meisten.

Hauptproblem ist, dass es keine generelle Pflicht gibt, genau zu deklarieren, woher die Hauptzutaten stammen. Im vergangenen April ist dahingehend eine Durchführungsverordnung in Kraft getreten, die aber für die Angabe des Ursprungslandes bei Lebensmitteln wenig Verbesserung für die Konsumenten brachte. Daher wurde nachverhandelt.

Freiheitliche Forderung bald erfüllt?

Gesundheits- und Konsumentenschutzminister Rudolf Anschober hat Ende März angekündigt, dass es bald eine Lösung geben solle, die eine klare und ehrliche Herkunftsbezeichnung bei Lebensmitteln regeln wird.

FPÖ-Tourismussprecher Gerald Hauser zeigt sich erfreut, wenn es bald zur Umsetzung der alten freiheitlichen Forderung kommt, denn „die Herkunftskennzeichnung wird zu einer Verbesserung der Qualität angebotener Speisen führen – und davon werden sowohl die Bauern als auch die Gastronomen und vor allem die Konsumenten profitieren“.

Gebäck

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