Hat er oder hat er nicht? Vor dem deutschen Bundestag behauptete Julian H., dass es Videos gäbe, die Kanzler Kurz im Lokal von Promi-Wirt Ho beim Konsum von Kokain zeigen würden.

Foto: © leisure.at/Christian Jobst
„Ibiza“-Drahtzieher schweigt vor U-Ausschuss zur angeblichen Kokserei von Kanzler Kurz bei Promi-Wirt

„Ibiza“-Drahtzieher Julian H. hat vor dem deutschen Wirecard-U-Ausschuss schwere Vorwürfe gegen ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz erhoben. Demnach gebe es ein Video, auf dem Kurz beim Konsum von Kokain bei Promi-Wirt Martin Ho zu sehen sei. Im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss heute, Donnerstag, wollte er sich dazu nicht mehr äußern.

Julian H. schwieg, um sich nicht zu belasten

Entsprechenden Medienberichten zufolge verweigerte Julian H. die Antwort auf die Frage des SPÖ-Abgeordneten Jan Krainer zu der nicht öffentlichen „Koks“-Aussage im deutschen Bundestag, es gäbe Videos, die Politiker abseits der FPÖ beim Suchtgiftkonsum zeigen würden.

Auf Nachfrage von unzensuriert bestätigte der FPÖ-Fraktionsführer im Ausschuss, Christian Hafenecker, das Verhalten des geladenen Gastes, der Ende 2020 in Berlin verhaftet und mittlerweile nach Wien überstellt wurde. Hafenecker meinte zum Schweigen von Julian H.:

Der Mann hat in Deutschland ein Verfahren laufen und möchte sich nicht belasten.

In Deutschland war “Ibiza”-Drahtzieher gesprächiger

Damit war das spannendste Thema des Tages gleich vom Tisch. Im Wirecard-U-Ausschuss war Julian H. nicht so wortkarg – hier die Befragung im Wortlaut:

Dr. Jens Zimmermann (SPD): Sie hatten von dieser Sequenz – sie ist immer noch da auf Twitter, habe ich gerade festgestellt, – berichtet. Aber sind Ihnen darüber hinaus auch vielleicht nicht von Ihnen angefertigte Bild- oder Tonaufnahmen bekannt?
Julian H.:Wie gesagt, meines Wissens nach gibt es ein Video, das diese Thematik, die auf dieser Sequenz hier beschrieben wird, beinhalten soll. Das soll existieren. Ja.
Okay. Aber das ist nicht von Ihnen angefertigt worden.
Nein. Aber ich habe mit jemandem sprechen können, der es gesehen hat, und mit jemandem, der anwesend war. Beide bestätigen inhaltlich, dass es stattfand.
Und wissen Sie, wo das entstanden ist, in welchem Kontext, wann?
In den Büroräumlichkeiten des ****** ** [Anm. der Redaktion: Ein bekannter Szene-Gastronom], ich glaube, kurz nach der Wahl 2017.
Okay. Und wer war da anwesend?
Unter anderem der jetzige Bundeskanzler Kurz und noch ein paar andere ÖVP-Leute und -Konsorten.
Okay. Also, ich fasse ‘mal kurz zusammen: Sie haben davon gehört, dass es in den Büroräumen von dem ****** ** ein Treffen gab, wo der Herr Kurz und andere ÖVPler mit dabei waren.
Unter anderem.
Und in diesem Video ging es von ihrem – es ist ja Hörensagen – um was?
Ist es, ja. – Entschuldigung.
Ich wollte eigentlich jetzt nur noch quasi wissen, ob Sie uns kurz noch ‘mal sagen können, was in diesem Video…
Gerüchtehalber der Konsum und die Weitergabe von Kokain. Also vom Hörensagen.

Anwalt des Promi-Wirts bestreitet Vorwürfe

Als das oberösterreichische Wochenmagazin Wochenblick darüber berichtete, bestritt der Anwalt des Szene-Gastronomen Martin Ho gegenüber der Zeitung diese Vorwürfe. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.

Bereits im Sommer 2019 tauchten diese Vorwürfe auf und wurden auf der Recherche-Plattform zoom.institute publiziert. Martin Ho klagte  – Ausgang des Verfahrens unbekannt.

 

Sebastian Kurz und Martin Ho

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