Masken-Tamtam bei Ikea: Hausrecht könnte auch vorschreiben, dass Kunden mit grüner Unterhose einkaufen – Unzensuriert

Nach Schilderungen eines Kunden lässt der Möbelhändler Ikea Menschen mit Maskenbefreiung nicht ohne Mund-Nasen-Schutz einkaufen.

Foto: Donald Trung Quoc Don / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)
Masken-Tamtam bei Ikea: Hausrecht könnte auch vorschreiben, dass Kunden mit grüner Unterhose einkaufen

Bernhard F., aus gesundheitlichen Gründen vom Maskentragen befreit, spricht von Diskriminierung, weil er bei der Ikea-Filiale in Innsbruck ohne Mund-Nasen-Schutz nicht einkaufen durfte.

“Diskriminiert, weil ich behindert bin”

Bernhard F. schildert sein Erlebnis:

Vor zwei Wochen war ich bei der Ikea-Filiale in Innsbruck. Ich darf aus gesundheitlichen Gründen keine FFP2-Maske tragen. Deshalb habe ich die Filiale ohne Maske betreten. Mir wurde daraufhin gesagt, entweder ich hole mir an der Kassa eine Maske, oder ich darf nicht einkaufen. Mein Attest vom Arzt durfte ich gar nicht vorzeigen. Nun stellt sich mir die Frage, warum das Hausrecht, auf das sich Ikea beruft, vor medizinischen Gründen steht? Ich habe ein gesundheitliches Problem, und dann macht mir abseits davon Ikea es auch noch unmöglich, einzukaufen. Ist das denn nicht Diskriminierung in Reinkultur? Würden sie mich auch diskriminieren aufgrund Homosexualität oder schwarzer Hautfarbe? Aber aus medizinischen Gründen schon, weil ich “behindert” bin? Mir wurde in der Filiale gesagt, wenn Ikea bestimmt, dass ich nur mit grünen Unterhosen einkaufen gehen darf, dann ist das das Hausrecht und ich muss mich daran halten…

Gesundheit bei Ikea höchste Priorität?

Bernhard F. hat Ikea ein Schreiben geschickt und war verwundert, dass der Möbelkonzern in der Antwort darauf verwies, dass die Gesundheit bei Ikea höchste Priorität habe. Offensichtlich nur bei jenen Menschen nicht, so Bernhard F., die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen dürfen, wie unter anderem COPD- oder Bypass-Patienten, Asthmatiker, Allergiker, Autisten etc.

Jedenfalls bekam Bernhard F. vom „IKEA Customer Support Centre AT“ dieses – brav gegenderte – Anwortschreiben:

Wir verstehen, dass das Thema FFP2 Maske ein sehr emotionales ist und wir wollen hier sicher niemanden diskriminieren.
 Um die Gesundheit unserer KundInnen und Mitarbeitenden bestmöglich zu schützen, haben wir uns entschieden, das Tragen einer FFP2 Maske beim Besuch eines IKEA Einrichtungshauses für alle KundInnen bis auf weiteres verpflichtend zu machen.
 Grundsätzlich nehmen wir dieses Thema sehr ernst und haben unsere Entscheidung nach sorgfältigem Abwägen aller Aspekte getroffen.
Sicherheit und Gesundheit von KundInnen und Mitarbeitenden haben für IKEA stets höchste Priorität – gerade und auch im Hinblick auf die Menschen, die einer Risikogruppe angehören.
 Wir haben zudem die Erfahrung gemacht, dass KundInnen ohne FFP2 Maske (bzw. früher Mund-Nasen-Schutz) von anderen BesucherInnen darauf angesprochen werden und unsere Mitarbeitenden immer wieder solche Situationen schlichten müssen.

Unzensuriert hat Ikea am Freitag Vormittag sowohl telefonisch, als auch schriftlich um eine Stellungnahme bis 15.00 Uhr gebeten, diese aber nicht erhalten.

Ikea

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