Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher beweist wieder einmal wenig Standfestigkeit, um Ideen durchzubringen.

Foto: Dragan Tatic / wikimedia.org (CC BY 2.0)
Schlimmer kann man als Politiker sein Gesicht nicht verlieren: Rom führt Südtirols Landeshauptmann vor

Heute, Mittwoch, zeigte sich wieder einmal: In Österreich hat sich nach 1918 keine wirklich neue politische Elite herausgebildet. Es gibt auch keine Bildungsinstitutionen, vergleichbar mit den Ausbildungsstätten in Frankreich (École nationale d’administration ENA, Nationale Hochschule für Verwaltung) oder in England (Eliteuniversitäten), die aus der Masse gut ausgebildete, mit großem Wissen versehene Führungskräfte heraussieben.

Kommentar von Unzensurix

Das Eliteproblem haben wir derzeit besonders stark, wie die Biographien der Politiker im Parlament und in der Regierung beweisen, die fast durchwegs nicht zu den Gebildetsten, Erfolgreichen und Leistungsträgern gerechnet werden können.

Bei aller berechtigten Kritik am Adel im Kaiserreich gilt, dass die damaligen Führungspersonen einen weitaus besseren Ausbildungs- und Kenntnisstand hatten als ihre heutigen Kollegen. Und sie wussten sich im In- und Ausland zu benehmen und ihre Standpunkte zu vertreten.

Starke Drohung

Ein Beispiel, dass dies heute schmerzlich fehlt, liefert aktuell Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher (ÖVP-Schwesterpartei SVP).

Südtirol will einen eigenen Corona-Pass für den Eintritt in Gaststätten und Museen einführen, was die italienische Regierung in Rom ablehnt, weil sie keine regionalen Alleingänge tolerieren will. Regionenministerin Mariastella Gelmini drohte mit einer Anfechtung der geplanten Verordnung. Gelmini:

Ich habe mit Kompatscher telefoniert und ihn zur Vorsicht gemahnt, sonst müssen wir dieses Gesetz anfechten.

Schwache Antwort

Kompatscher verteidigte die Pläne der Südtiroler Landesregierung als „Pilotprojekt“, das in Einklang mit den Plänen der Regierung in Rom stehe. Geradezu hündisch unterwürfig erklärte er:

Ich werde heute noch Minister Speranza (Gesundheitsminister Italiens) kontaktieren, um auch mit ihm darüber zu sprechen.

Kompatscher beteuerte den Willen „einer loyalen Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen mit der Regierung“. Schwächer kann man einer politischen Drohung nicht begegnen, kann man als Politiker nicht untergehen.

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