Die Kronen Zeitung kritisiert den, der die schwarz-grüne Regierung kritisiert. Ganz nach dem Motto von ÖBAG-Chef Thomas Schmid, der Sebastian Kurz die Nachricht gesendet hat: “Ich liebe meinen Kanzler”.

Foto: Ivan Radic / flickr (CC BY 2.0)
Kronen Zeitung gegen Nina Proll: Ihr Journalismus, Herr Jeannée, ist das Allerletzte!

Wer nicht die Meinung der schwarz-grünen Bundesregierung und somit auch der Kronen Zeitung vertritt, ist in den Augen des Krone-Postlers Michael Jeannée „das Allerletzte“.

Der Groll des Zigarren-Machos

Wen wundert es, dass schon seit geraumer Zeit die Schauspielerin Nina Proll („Vorstadtweiber“) beim alternden Kolumnenschreiber in Ungnade gefallen ist. So sehr nämlich, dass Jeannée ihr gleich in der Überschrift seiner Glosse ausrichtet, was er von ihr hält – er schreibt:

Ihr Sarkasmus, Frau Proll, ist das Allerletzte!

Den aktuellen Groll des Zigarren-Machos hat sich Nina Proll zugezogen, weil sie in einem ironischen Video die übertriebenen Corona-Maßnahmen der Regierung beleuchtet. Übrigens gemeinsam mit mehr als 50 anderen prominenten Schauspielern aus Österreich und der Bundesrepublik Deutschland.

Kein Wort über Rubey oder Ofczarek

Warum Michael Jeannée ausgerechnet Proll ihre Meinung absprach und nicht etwa Manuel Rubey, Nicholas Ofczarek oder dem bekannten Schauspieler Jan Josef Liefers („Tatort“), bleibt das erste Rätsel des Krone-Frontkämpfers.

Als nächstes fragt sich der Leser, was Jeannée mit seinen belanglosen Aussagen zu den Corona-Kranken und Corona-Toten der Schauspielerin Nina Proll eigentlich sagen möchte? Proll hat zu keiner Zeit – und auch nicht in ihrem vielbeachteten Video – das Virus geleugnet oder in Abrede gestellt, dass Menschen daran leiden oder sterben.

Gewaltiger Kollateralschaden

Proll machte stattdessen aufmerksam, dass die Regierung mit ihren Maßnahmen die Wirtschaft kaputt machte, Menschen in Verzweiflung und Existenzängste trieb – alles in allem einen gewaltigen Kollateralschaden anrichtete. Und nach wie vor anrichtet.

Man darf in Österreich doch hoffentlich noch sagen, dass man wegen eines Prozent Kranker 99 Prozent Gesunde einsperrt. Oder dass man sich von einem Virologen am Freitag nicht sagen lassen möchte, was man am Montag tun darf.

10.000 Tote trotz hartem “Lockdown”

Jeannée schreibt, dass Sterben kein Witz sei. Gut erkannt! 10.000 – so der Journalist weiter in investigativer Manier – seien schon zu Tode gekommen. Das ist traurig, aber gleichzeitig auch ein Skandal, den der Krone-Kolumnist in seiner Kanzler- und Krone-Treue nicht sehen will.

Denn 10.000 in einem Land mit nicht einmal neun Millionen Einwohnern sind im Vergleich zu einem Land wie Japan, das 126 Millionen Einwohner hat und wo es nicht einmal 10.000 Corona-Tote gibt, wirklich eine große Zahl.

Die Politik des Kanzlers ist das Allerletzte

Noch dramatischer wird es, wenn man weiß, dass Japan auf Einschränkungen, wie sie die Österreicher erleben mussten, verzichtet hat. Dort ging das Leben trotz Virus eigentlich in gewohnter Weise weiter. Warum informiert Jeannée seine Leser darüber nicht? Oder er könnte seinen Kanzler in seinem rauen, direkten Jargon fragen:

Warum gibt es bei uns mehr Tote als in Japan, obwohl es bei uns den harten Lockdown gibt?

Um dann festzustellen:

Ihre Politik, Herr Kurz, ist das Letzte, das Allerletzte.

ÖVP-Logik: Mehr Intensivbetten, mehr Corona-Tote

Jeannée hätte aber auch, statt Proll ohne Grund anzugreifen, über den Fauxpas des Jahres berichten können, als der ÖVP-Nationalratsabgeordnete Laurenz Pöttinger in seiner Rede im Parlament allen Ernstes behauptete, dass es mehr Corona-Tote geben würde, hätte die schwarz-grüne Regierung für mehr Intensivbetten gesorgt.

Diese Logik, Herr Jeannée, ist purer Sarkasmus. Das Allerletzte!

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