Das Landesparlament Sachsen-Anhalts in der Hauptstadt Magdeburg wird am Wochenende neu gewählt.

Foto: TillVoigt / pixabay.com
Am Wochenende wählt Sachsen-Anhalt – AfD könnte stärkste Kraft werden

Am kommenden Sonntag, den 6. Juni, wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Das mitteldeutsche Bundesland, das zwischen 1949 und 1990 zur DDR gehörte, ist eine Hochburg der Alternative für Deutschland (AfD). Laut Umfragen könnte diese nun zum ersten Mal eine Landtagswahl gewinnen.

Fulminanter Erfolg vor fünf Jahren

Es war vor fünf Jahren wie ein Erdbeben. Am 13. März 2016 fanden in Deutschland Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt statt. Überall zog die noch junge AfD mit fulminanten Ergebnissen ein. Die Spitze des Erfolgs stellte Sachsen-Anhalt dar. Hier zog die Partei mit 24,3 Prozent ins Parlament in der Landeshauptstadt Magdeburg ein. Sowohl Privatpresse, als auch Staatspresse wie die Tagesschau suchten damals in Schockstarre nach den Gründen. Die Folge war eine abenteuerliche „Kenia-Koalition“ aus Schwarz-Rot-Grün unter Ministerpräsidenten Reiner Haselhoff. Die auf dem Papier weltanschaulichen Gegensätze der schwarzen „Christ“-Demokraten und der Grünen zeigten, dass sie real nicht weit voneinander entfernt liegen und traten die letzten fünf Jahre harmonisch als Einheitsblock auf.

Chaos im Westen

Die AfD steckt dabei wenige Monate vor der Bundestagswahl in der Krise. In Baden-Württemberg und in Rheinland-Pfalz wurde dieses Jahr bereits gewählt, im Vergleich zu 2016 musste sie rund ein Drittel ihrer Stimmen einbüßen. In beiden Bundesländern rutschte man prozentual in die Einstelligkeit. Als bequeme Ausrede seitens der Partei wird oft gesagt, dass die Wahlen 2016 nur im Schatten der „Flüchtlingskrise“ stattfanden. Viel eher wurde die Partei jedoch für die nach außen hin getragenen Parteikämpfe durch den Partei-Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen vom Wähler abgestraft.

Geschlossenheit im Osten

In den östlichen Landesverbänden der ehemaligen DDR strahlt die Partei hingegen Geschlossenheit aus. Und auch die jüngsten Umfrageergebnisse zeigen: Es ist möglich, dass die AfD am Wahlsonntag das erste Mal in ihrer Geschichte als stärkste Kraft in einer Landtagswahl hervorgeht. Wie der Merkur berichtet, würde die AfD laut einer repräsentativen Wahlbefragung durch das Institut Insa mit 26 Prozent auf Platz eins liegen. Die CDU würde demnach nur auf 25 Prozent kommen. Weiter hinten lägen die Linkspartei mit 13 Prozent, die Grünen mit elf Prozent, die SPD mit zehn Prozent und die FDP mit acht Prozent.

Sieg würde Signalwirkung haben

Sicher ist aber der Sieg keineswegs. Einige Umfragen sehen die CDU vorne, einige die AfD. Auch ist klar, dass ein Sieg keineswegs den ersten AfD-Ministerpräsidenten bedeuten würde. Niemand der alten Parteien würde eine Koalition mit den Patrioten eingehen. Eine riesige, internationale Signalwirkung hätte es jedoch allemal. Zudem könnte es ein fulminanter Schub in den Wahlkampf zur Bundestagswahl sein, die im Herbst stattfinden wird.

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