In den Städten Burkina Fasos spielen sich oft wilde Szenen ab. Auch islamistische Anschläge gehören zum blutigen Alltag.

Foto: Helge Fahrnberger / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0)
Afrika: Dschihadisten töten bei Anschlag 138 Menschen

In Burkina Faso (ehemals Französisch-Westafrika) töteten am Samstag islamistische Terroristen 138 Zivilisten. Im westafrikanischen Staat herrscht seit langem Krieg und Chaos.

Erst Franzosen brachten moderne Strukturen

Auf dem Gebiet des heutigen Burkina Faso gab es bis zur Ankunft der Europäer keine Staatsstruktur, die sich langfristig etablieren konnte. Die Ureinwohner versuchten im Laufe der Jahrhunderte immer wieder, einen Zentralstaat zu gründen, diese gingen durch Kriege im Laufe der Geschichte jedoch schnell wieder unter. Die erste moderne Staatsstruktur nach europäischem Vorbild brachten die Franzosen, die das Land Ende des 19. Jahrhunderts in ihre riesige Kolonie Französisch-Westafrika integrierten.

Chaos und radikaler Islam seit Unabhängigkeit

Frankreich investierte wenig in die Entwicklung der Kolonie, jedoch sorgte es bis 1960 für fast ein Jahrhundert für dauernden innerstaatlichen Frieden. Ab der Unabhängigkeit 1960 änderte sich dies unmittelbar. Das neue afrikanische Land Burkina Faso versank in Chaos. Blutige Revolutionen und Korruption bestimmen seitdem die Politik. Ein weiteres Problem ist die Bedrohung durch den radikalen Islam.

Dschihad ist ständige Bedrohung

Burkina Faso ist inzwischen ein mehrheitlich moslemischer Staat. Mit rund 60 Prozent der Bevölkerung ist der Islam die mit Abstand stärkste vertretene Religion. Wie es heute in „gemäßigten muslimischen Staaten“ üblich ist, bringt die Religion zahlreiche Spannungen mit sich. Auch hier wollen viele radikale Milizen einen strengeren Islam durchsetzen. Diesen „heiligen Krieg“ bezeichnen sie als „Dschihad“.

138 Tote bei Anschlag

Am Samstag gipfelte dieser Religionskrieg wieder einmal in einem blutigen Anschlag. In dem Ort Solhan spielten sich Szenen ab, die wir in Europa nur aus dem Mittelalter kennen. Wie Die Tageszeitung berichtet, griffen dschihadistische Milizen die Ortschaft an und erschossen 138 Menschen. Dutzende weitere wurden verletzt. Primäres Ziel waren dabei Freiwilligenverbände der regulären Armee, die in Solhan stationiert waren. Diese Bürgerwehren rief das Parlament 2020 ins Leben, um die stärker werdenden Dschihadisten in den Griff zu bekommen.

Islam in Westafrika am Vormarsch

Dass die selbsternannten “Gotteskrieger” immer stärker werden, liegt dabei auf der Hand. Der Anschlag ist der blutigste in der Geschichte des Landes. Allein im vergangenen Jahr starben durch solche Anschläge mehr als 2.000 Menschen – ein starker Anstieg. Auch zeugt es von der Stärke der Dschihadisten, dass diese nicht Zivilisten, sondern offizielle Freiwilligenverbände des Staates angreifen. Auch in Westafrika ist der radikale Islam also auf dem Vormarsch.

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