In der Corona-Zeit setzte der Südtiroler Schützenbund ein Zeichen gegen die Politik in Südtirol – und damit auch gegen die Zugehörigkeit zu Italien. Aus gutem Grund.

Foto: Südtiroler Schützenbund
Was die Corona-Krise schmerzlich zutage förderte: Die Italienisierung Südtirols

Wie unzensuriert berichtete, gab es in Südtirol mehr als doppelt so viele Corona-Tote als in Nord- und Osttirol. Ohne Sozialgefälle und mit weitgehend gleicher Bevölkerung nördlich und südlich des Brenners muss wohl die Zugehörigkeit zu Italien und der italienische Sparkurs im Gesundheitswesen dafür verantwortlich sein.

Mangel an Intensivbetten nur ein Teil der Ursache

Ein Nord-Süd-Gefälle in der Infrastruktur kann aber nur einen Teil der Frage beantworten, warum die Corona-Bilanz in Südtirol so viel schlechter ausfällt als in Nord- und Osttirol.

Liegt die Ursache wohl auch in der Behandlung von Covid-19-Patienten? Was sagen die Behandlungsprotokolle bei Hospitalisierten und Intensivpatienten in Österreich, was in Italien aus? Und wie wurden sie umgesetzt? Dazu liegen kaum Kenntnisse vor. Die Protokolle werden wie Staatsgeheimnisse gehütet.

Frühe italienische Behandlungsfehler

Verheerende Behandlungsfehler am Beginn der Corona-Krise in der italienischen Provinz Bergamo sind in abschreckender Erinnerung. Die österreichische Regierung begründete damit, weshalb sie Österreich als zweites Land nach Italien im März 2020 in den „Lockdown“ schickte.

Doch da gibt es noch einen Unterschied zwischen den beiden Landesteilen, und nun wird es heikel: die italienische Volksgruppe in Südtirol.

Ethnischer Proporz auch im Gesundheitswesen

Im Südtiroler Gesundheitswesen gilt der ethnische Proporz, eine Säule der Südtiroler Autonomie – allerdings teils nur auf dem Papier.

Der italienische Anteil in der Ärzteschaft und dem medizinischen Personal ist überproportional. Es gibt Schleichwege am Proporz vorbei.

Umgehung des Proporzes

Der Südtiroler Sanitätsbetrieb (SABES) ersucht seit Jahren immer wieder für ganze Stellenkontingente um Entbindung vom Proporz. Die zweifelhafte Begründung: Es würden sich keine deutschen Bewerber finden. In der Tat zieht es die mehr in den privaten Bereich. Auch das hat eine ethnische Komponente.

Allein 2019/2020 wurden auf Ansuchen der SABES ganz offiziell 310 Stellen, die für deutsche Südtiroler reserviert waren, Italienern zugeschoben. Der Großteil davon in Bozen, weshalb das größte und wichtigste Krankenhaus des Landes überwiegend in italienischer Hand ist. Spielt der ethnische Aspekt aber eine Rolle?

Auch kulturelle Unterschiede ein Grund

Offensichtlich spielt der ethnische Aspekt auch eine Rolle, denn der gravierende Unterschied bei den Corona-Toten muss eine Ursache haben. Und er ist nicht nur in Tirol feststellbar (im Trentino/Welschtirol gab es noch mehr Corona-Tote), sondern verläuft entlang der romanisch-deutschen Sprachgrenze quer durch Europa. Darüber hat unzensuriert bereits im April 2020 berichtet.

Die Mentalität der Völker ist verschieden. Die Herangehensweise an Probleme und Herausforderungen, nicht zuletzt Sekundärtugenden wie Disziplin und Arbeitsmoral sind unterschiedlich, selbst dann, wenn die Rahmenrichtlinien, wie in der Corona-Krise, von der WHO vorgegeben sind. Italien hat trotz seiner radikalen Corona-Maßnahmen ein Drittel mehr Corona-Tote als Schweden, das so gut wie keine Maßnahme ergriffen hat.

Gefährdeter Schutz im Alltag

In Südtirol prägt in manchen Bereichen die italienische Mentalität das Klima am Arbeitsplatz. Das geschieht vielfach unbewusst durch die Macht des Faktischen, ist jedoch deutlich wahrnehmbar. Das gilt auch für Teile des Gesundheitswesens und hat zu tun

  • mit den Sprachkenntnissen,
  • mit dem vom Faschismus herrührenden Südtiroler Minderwertigkeitskomplex gegenüber dem Italienischen (Staatsmacht: „Siamo in Italia!“, „Wir sind in Italien!“),
  • und der nie erreichten wirklichen Gleichstellung der Sprachen.

Südtiroler nehmen das manchmal gar nicht mehr war. Das Coronavirus hat es auf geradezu brutale Weise sichtbar gemacht.

Südtiroler Schützen

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