ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz, im Bild mit dem deutschen Virologen Christian Drosten, gab beim Besuch in Deutschland nun zu, dass Österreich von einer Überlastung der Intensivbetten “meilenweit” entfernt gewesen sei.

Foto: BKA / Dragan Tatic und sirigel (Fotomontage)
Kanzler Kurz gibt jetzt zu: „Von Überlastung der Intensivbetten war Österreich meilenweit entfernt“

Spät, aber doch, musste ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz nun zugeben: Von einer Überlastung der Intensivbetten sei Österreich auch in der dritten Welle „meilenwert“ entfernt gewesen.

So jedenfalls wird Kurz von der Kronen Zeitung gestern, Dienstag, zitiert, als diese über den Besuch des Kanzlers beim deutschen Virologen Christian Drosten in der Berliner Charité berichtete.

Österreichern die Unwahrheit gesagt

Mit dieser Aussage führt Kurz nicht nur alle „Lockdown“-Maßnahmen ab absurdum, die aufgrund angeblich überlasteter Intensivbetten zustande kamen, sondern er muss sich auch den Vorwurf gefallen lassen, gemeinsam mit seinen Beratern den Österreichern die Unwahrheit gesagt zu haben.

Der FPÖ erschienen die Darstellungen der schwarz-grünen Regierung über die Intensivbetten ohnedies nie ganz glaubwürdig. Kritisiert wurde vor allem die unverständliche Dramatisierung angesichts des Umstandes, dass in den Krankenhäusern immer wieder großzügig ausländische Patienten aufgenommen wurden.

Kickl fordert Überprüfung durch Rechnungshof

FPÖ-Parteichef und Klubobmann Herbert Kickl fordert daher eine Überprüfung der Spitalsauslastung durch den Rechnungshof (RH) während der Coronavirus-Zeit:

Die Belegung der Intensivbetten ist von der Regierung stets als wichtigste Entscheidungsgrundlage für die Verhängung freiheitsbeschränkender Maßnahmen herangezogen worden. Der Rechnungshof soll im Zusammenwirken mit den Landesrechnungshöfen eine entsprechende Prüfung vornehmen. Wir wollen wenigstens im Rückblick wissen, wie die Auslastung tatsächlich war und die wesentlichen Mängel bei der Erfassung der korrekten Zahlen liegen.

Kliniken wollten abkassieren

Kickl verweist in diesem Zusammenhang auf die laufende Debatte in Deutschland. Dort sollen zahlreiche Kliniken weit mehr Intensivbetten freigehabt haben, als sie gemeldet haben – um abzukassieren. Der CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn steht seither im Verdacht, davon Kenntnis gehabt zu haben.

Zahlen von Intensivbetten manipuliert

Die Zeitung 24hamburg berichtete am 12. Juni:

Kliniken sagten Operationen ab, die Zahl der Corona-Patienten stieg beinahe täglich, und Mediziner warnten zunehmend vor einer Triage in Deutschland. Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland war ernst, so ernst, dass die Bundesregierung zu drastischen Maßnahmen griff: Ein Lockdown musste her. Nun stellt sich allerdings eine Frage: War dieser Lockdown wirklich notwendig? Denn der Bundesrechnungshof wirft dem Gesundheitsministerium nun vor, die Zahlen der freien Intensivbetten manipuliert zu haben.

Sebastian Kurz / Christian Drosten

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