Bayern führt islamischen Religionsunterricht ein – Unzensuriert

Der bayerische Staat unterrichtet in Schulen in Zukunft verstärkt über moslemische Bräuche (Symbolbild), was nicht alle erfreut.

Foto: Antonio Melina/Agência Brasil / wikimedia.org (CC-BY-3.0-BR)
Bayern führt islamischen Religionsunterricht ein

Nach jahrelangen Debatten hat der Bayerische Landtag gestern, Mittwoch, ein Gesetz zur Einführung von islamischem Religionsunterricht für Moslems beschlossen. Bisher nahmen diese stattdessen am Ethikunterricht teil. Die AfD kündigte an, dagegen zu klagen.

„Rücksicht“ auf Moslem-Kinder

Katholischer oder evangelischer Religionsunterricht ist für alle öffentlichen Schulen in Deutschland verpflichtend. Kinder, die keine Christen sind, haben stattdessen die Möglichkeit, an einem Ethikunterricht teilzunehmen. Durch den starken Anstieg an Moslem-Kindern fordern insbesondere die Grünen und die SPD seit vielen Jahren, auch „aus Rücksicht“ auf die Moslems einen dritten Religionsunterricht, einen moslemischen, einzuführen. Nun ist auch die Landesregierung, bestehend aus CSU und den Freien Wählern, dem Anliegen nachgekommen. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, wurde am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz verabschiedet.

Immer mehr Moslems, immer weniger Christen

Der Anteil an Moslems steigt auch in Bayern rasant an. Während sie 1970 noch weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausgemacht haben, lag ihr Anteil bei der letzten Volkszählung 2011 bereits bei vier Prozent. Besonders stark sind sie in den Großstädten vertreten. So lag in München ihr Anteil 2014 bereits bei sieben Prozent. Diese Zahlen müssten für die Christlich-Soziale-Union CSU eigentlich ein alarmierendes Signal sein. Gerade Bayern, das sich traditionell als Hochburg des Katholizismus sieht, sollte als Reaktion eher Maßnahmen beschließen, die das Christentum stärken und festigen, anstatt den ohnehin wachsenden Islam zusätzlich zu fördern. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Christen in Bayern rapide ab. 1970 lag ihr Anteil noch bei 95 Prozent, 2019 waren es nur noch 65 Prozent.

Grünen geht Gesetz nicht weit genug

Dabei stimmten die Grünen und die AfD gegen das Gesetz. Die Grünen jedoch aus einem kuriosen Grund – ihnen geht das Gesetz nicht weit genug. Das neue Fach ist für die moslemischen Kinder freiwillig, sie dürfen auch wahlweise weiterhin am Ethikunterricht teilnehmen. Die Grünen fordern, dass der islamische Religionsunterricht verpflichtend und dem christlichen in der Rangordnung völlig gleichgestellt wird.

AfD zieht vor Verfassungsgericht

Die AfD hingegen sieht das Christentum in Gefahr und lehnt eine solche Stärkung des Islam entschieden ab. Der Landtagsabgeordnete Markus Bayerbach erklärte, dass es naiv sei, anzunehmen, dass der Islam eine Religion des Friedens und der Toleranz sei. Die AfD will deshalb auch mit einer Klage vor den Bayerischen Verfassungsgerichtshof ziehen. Aus ihrer Sicht ist eine zweite, freiwillige Alternative neben dem Ethikunterricht nicht von der Verfassung vorgesehen.

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