Rätselraten um SMS-Nachrichten und Klimt-Bilder des „Krone“-Herausgebers – Unzensuriert

Krone-Herausgeber Christoph Dichand (l.) urlaubte mit dem damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid. FPÖ-Abgeordneter Hafenecker will nun wissen, ob dort auch ein “Steuer-Deal” besprochen wurde.

Foto: Franz Johann Morgenbesser / wikimedia.org (CC BY-SA 2.0) und Georg Wilke
Rätselraten um SMS-Nachrichten und Klimt-Bilder des „Krone“-Herausgebers

In einer parlamentarischen Anfrage will FPÖ-Abgeordneter Christian Hafenecker herausfinden, was es mit rätselhaften SMS-Nachrichten zwischen ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz und dem damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid, auf sich hat – und ob diese etwas mit der Steuer-Causa um die Klimt-Bilder des Herausgebers der Kronen Zeitung, Christoph Dichand, zu tun haben.

Bezahlte Ministerium Flug des Krone-Herausgebers?

Wie berichtet, gab es einen gemeinsamen Äthiopien-Urlaub von Thomas Schmid und Christoph Dichand. Dieser wurde vom Finanzministerium gebucht. Ob der Business-Flug von Dichand, dem Vernehmen nach zum Preis von 2.448 Euro, auch vom ÖVP-geführten Finanzministerium bezahlt wurde, soll nun die Anfrage von Hafenecker klären.

Aber ihn beschäftigt noch eine weitere Chat-Nachricht, die Thomas Schmid am 3. Dezember 2018 an Kurz schrieb. Und zwar:

Dichands sind ja gut auf Schiene – keine Klage soweit eingebracht.

Heikle Steuer-Causa

„Worauf bezieht sich der Satz ‘keine Klage soweit eingebracht’?“, fragt sich der FPÖ-Mandatar. Auch das will Hafenecker geklärt wissen. Die Zeitung oe24 schreibt unter Berufung auf Ministeriums-Kenner, dass es dabei um eine „sehr heikle Steuer-Causa in Millionenhöhe“ gehen soll. Wörtlich berichtet die Zeitung:

Der legendäre Hans Dichand, Vater des heutigen Krone-Chefs, hat offenbar vor Jahrzehnten Bilder von Klimt & Co im Wert von hunderten Millionen – aus welchen Gründen auch immer – in der Schweiz und in Liechtenstein deponiert. Die Familie hat diese Bilder – nach Dichands Tod – im Zuge der Verlassenschaft zurück nach Österreich geholt. Dabei kam es – so die Insider – zu einer „Steuer-Diskussion“ zwischen den Dichands und der Finanz. Es geht um ­viele Millionen Euro.

Zog Finanzministerium vorbereitete Anzeige zurück?

Schmid soll sich, so Ministeriums-Insider gegenüber oe24, darum gekümmert haben, dass die „Steuer-Diskussion nicht eskaliert“. Das Finanzministerium habe eine Anzeige überlegt, letztlich sei diese aber unterblieben. Die Causa sei, so schreibt oe24, „konstruktiv erledigt“ worden.

Ob sich die “WhatsApp”-Nachricht „Dichands sind ja gut auf Schiene – keine Klage soweit eingebracht“ genau auf diese Steuer-Causa bezieht? Hafenecker will Aufklärung, vor allem darüber, ob es eine vorbereitete Anzeige vom Finanzministerium gegeben hat, und wenn ja, warum diese dann nicht eingebracht wurde?

Christoph Dichand und Thomas Schmid

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