Der „Kurier“ kritisiert in seiner Schlagzele die ÖBB-Aufsichtsratsgagen, im Artikel aber gibt er der Valorisierung recht.

Bild: Herbert Ortner / Wikimedia (CC BY 4.0)
Hauptsache, eine Schlagzeile gegen die FPÖ: „Kurier“ widerspricht sich selbst

Für den Kurier ist es wahrscheinlich das größte anzunehmende Übel, sollten die Freiheitlichen wieder in die Regierung kommen. Vielleicht aus rein pekuniären Gründen. Denn unter blauen Ministern wurde bei Kurier-Inseraten im Vergleich zu der Vorgänger-Regierung stark gespart.

Täglich Attacken gegen die Freiheitlichen

Freiheitliche Minister – ein Schreckgespenst also für eine Zeitung, die ohnehin schon mit schwachen Leserzahlen zu kämpfen hat und bei der es offensichtlich ums wirtschaftliche Überleben geht.

Man braucht also nur eins und eins zusammenzählen, um zu erfahren, warum das Medium der Raiffeisengruppe beinahe schon täglich Attacken gegen frühere Ex-Minister der Blauen reitet, während Ex-Türkise mit Samthandschuhen angefasst werden.

Kickl wird in jeder Ausgabe ans Bein gepinkelt

So ist vielleicht auch zu erklären, warum die „Daschlogt s es“-Affäre rund um den Generalsekretär des schwarzen Justizministers Josef Moser, Christian Pilnacek, oder die Anschuldigungen des geschäftsführenden Klubobmannes der FPÖ, Herbert Kickl, gegen zwei Sektionschefs im Innenministerium eher zu Randnotizen verkommen, während der Kurier anscheinend den Redakteur Dominik Schreiber dazu auserkoren hat, Kickl in jeder Ausgabe ans Bein zu pinkeln.

Aus Mücken werden Elefanten gemacht

Von den großen Schlagzeilen bleibt aber nicht viel übrig. Was den Lesern als Elefant verkauft wird, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Mücke.

In der aktuellen Ausgabe liefert der Kurier den besten Beleg dafür. Da wird mit dem Aufmachertitel „Aufsichtsräte von ÖBB und Asfinag: Hofer teilte großzügig aus“ Stimmung gegen den Ex-Infrastrukturminister gemacht. Allerdings wird im gleichen Artikel der Skandalschlagzeile widersprochen.

Vergütungen seit 2004 nicht angepasst

Zuerst lässt der Kurier ÖBB-Aufsichtsratspräsident Gilbert Trattner zu Wort kommen:

„Die Entscheidung über eine Erhöhung ist korrekt. Grund dafür ist die Valorisierung, die völlig gerechtfertigt ist“, meint dazu ÖBB-Aufsichtsrats-Präsident Gilbert Trattner (FPÖ) gegenüber dem KURIER. Die Vergütungen wurden seit 2004 nicht angepasst. Die Aufsichtsratsentschädigungen in Österreich würden außerdem „internationalen Relationen weit hinterherhinken“.

Kurier-Redakteur gibt ÖBB-Chef Recht

Dann kommt der Kurier-Schreiber selbst zur Erkenntnis:

Da hat Trattner recht. Selbst im innerösterreichischen Vergleich schneidet die Staatsbahn bescheiden ab. Aufsichtsräte von ATX-Firmen (im Leitindex der Wiener Börse gelistet) gehen im Durchschnitt mit 90.000 Euro im Jahr nach Hause. Die Bahn ist mit 45.000 Mitarbeitern das größte Unternehmen im Lande.

Unter den Lesern des Kurier soll das Bildungsniveau höher sein als bei den üblichen Boulevard-Blättern. Sie werden also die wahre Absicht erkennen, was hinter solchen FPÖ-schädigenden Berichten steckt und womöglich auch infrage stellen, ob das Niveau der Leser mit dem der Kurier-Schreiber kompatibel ist.

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