Taliban auf dem Vormarsch: Präsidentenpalast unter Raketenbeschuss – Unzensuriert

In Afghanistan tobt seit 43 Jahren Krieg. Die Zeit amerikanischer CH-47-Chinook Hubschrauber ist vorbei.

Foto: Captain Brian Harris, U.S. Army / wikimedia (CC0)
Taliban auf dem Vormarsch: Präsidentenpalast unter Raketenbeschuss

Im Afghanistan-Krieg sind seit dem Abzug der NATO-Truppen die Taliban auf dem Vormarsch. Heute, Dienstag, wurden drei Raketen auf den Präsidentenpalast in Kabul abgeschossen.

Seit inzwischen 43 Jahren Krieg

In Afghanistan ist noch lange kein Frieden in Sicht. Was 1978 mit dem Staatsstreich einer kommunistischen Partei begann, endete in einem inzwischen 43 Jahre andauernden Krieg.

In der jüngsten Phase kämpfte die NATO gemeinsam mit einer vom Westen installierten Regierung gegen die islamischen Taliban-Rebellen. Dass deren alte Organisationsform, die Mudschahedin-Krieger, in einer früheren Phase des Krieges hauptsächlich von den Vereinigten Staaten ausgebildet und bewaffnet wurden, zeigt die traurige Absurdität des Afghanistan-Krieges.

Kosten und Opfer kaum zu fassen

Nach zwanzig Jahren verließ die NATO, ohne sich offiziell ihre Niederlage einzugestehen, heuer das gebeutelte Land. Wie das ZDF berichtet, haben die Taliban bereits wenige Wochen nach dem Abzug wieder über die Hälfte des Landes eingenommen.

Die Kosten der sinnlosen NATO-Kriegsbeteiligung sind kaum in Zahlen zu fassen. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, schätzte die britische Financial Times allein die Kosten für die Vereinigten Staaten für die Beteiligung zwischen 2001 und 2014 auf eine Billionen Dollar. Zum Vergleich: Dies entspricht mehr als dem doppelten BIP des Staates Österreich und mehr als dem Fünfzigfachen von Afghanistan.

Mehr als Geld wiegen jedoch die Menschenleben. Auf Seite der NATO ließen rund 3.400 Soldaten ihr Leben, davon 55 Deutsche. Die Gesamtopferzahl seit 1978 wird laut Schätzungen auf über zwei Millionen beziffert, der Großteil davon Zivilisten.

Raketeneinschlag auf Video zu hören

Nun zieht sich die Schlinge für die vom Westen eingesetzte Regierung schnell zu. Dabei scheinen die Rebellen langsam auf die Hauptstadt vorzurücken, die längst in einem Kessel der Taliban liegt. Wie die Bild berichtet, sind am Dienstag drei Raketen auf den Präsidentenpalast abgefeuert worden und schlugen in unmittelbarer Nähe ein. Auf Twitter sieht man in einem Video, wie heftig die Einschläge im Palast zu spüren waren. Die Raketen schlugen während eines Gebets in der Nähe ein. Die Betenden versuchten sich nichts anmerken zu lassen, doch während der lauten Einschläge zuckten sie merklich zusammen, einzelne ergriffen die Flucht.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link