Klavier und Auto krachen auf die Bühne, Don Giovanni splitternackt: „Endlich wird wieder über Kunst geredet“ – Unzensuriert

Bis heute hat es in Salzburg 217 Aufführungen des “Don Giovanni” gegeben. Aber noch nie musste sich der Hauptdarsteller splitternackt ausziehen.

Foto: Arne Müseler / Wikimedia / (CC-BY-SA-3.0)
Klavier und Auto krachen auf die Bühne, Don Giovanni splitternackt: „Endlich wird wieder über Kunst geredet“

ORF-Kulturredakteur Peter Schneeberger berichtete gestern, Sonntag, in der „ZIB 1“ über die Salzburger Festspiele, bei der Maskenpflicht herrsche, nachdem ein vollständig geimpfter Besucher beim “Jedermann” positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Die Meinung darüber sei geteilt. Am Ende seines Berichts brachte Schneeberger aber die Hoffnung zum Ausdruck, dass in Salzburg mehr über Kunst als über die Pandemie gesprochen werden könnte. Und zwar aus diesem Grund, wie Schneeberger ausführte:

Aus zehn Meter Höhe wird ein echtes Klavier auf die Bühne donnern, ein echtes Auto und Don Giovanni wird sich am Ende der Vorstellung splitternackt ausziehen – es könnte also gut sein, dass diesen Sommer tatsächlich wieder über die Kunst geredet wird und nicht über das Virus.

Vorne wird gesungen, hinten knallen Sachen vom Himmel

Vorne wird also gesungen und hinten fallen allerlei Dinge vom Himmel, ein Klavier, ein Auto und allerhand andere Sachen. Die Produktion von Teodor Currentzis und Romeo Castellucci soll offenbar Aufsehen erregen. Und wenn es nicht genügt, dass ein Musikinstrument und ein Fahrzeug auf der Bühne einer Oper zerschellen, muss sich der Hauptdarsteller, Star-Bariton Davide Luciano, zum Schluss auch noch splitternackt ausziehen, nachdem er die ganze Vorstellung von über 150 Salzburgerinnen in Unterwäsche umringt wird.

Salzburg braucht Spektakuläres

Premiere ist heute, Montag. Kann schon sein, dass das Publikum für einige Momente das Virus vergisst und über die Notwendigkeit, dass man bei einer Don-Giovanni-Inszenierung unbedingt Alltagsgegenstände kaputt machen muss, diskutiert. Salzburg braucht etwas Spektakuläres. Die Oper von Wolfgang Amadeus Mozart reicht offenbar nicht mehr aus, um die Menschen von den täglichen Sorgen abzulenken.

Salzburger Festspielhaus

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