Bundeskanzler Kurz vergleicht gegen ihn ermittelnde Staatsanwälte mit Kinderschändern – Unzensuriert

Bundeskanzler Kurz dürfte massiv unter Druck stehen und schlittert von einem Fehler in den nächsten.

Foto: Michael Lucan / Wikimedia / BY-SA 3.0 de
Bundeskanzler Kurz vergleicht gegen ihn ermittelnde Staatsanwälte mit Kinderschändern

ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz vergleicht in einem Interview mit dem Online-Medium vol.at Ermittlungen gegen seine Person mit dem Missbrauch tausender Kinder durch pädophile Amtsträger der katholischen Kirche. 

Kurz kann Vorwürfe nicht konkretisieren 

Dass pädophile Ordensbrüder für sexuelle Übergriffe an Kindern kritisiert wurden, habe der katholischen Kirche geholfen. Deshalb sei es auch richtig, die gegen ihn ermittelnden Staatsanwälte zu kritisieren, meint ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz in einem TV-Interview mit “Vorarlberg Live”. Interessant ist hierbei auch der Fakt, dass die ÖVP rund um Andreas Khol Ende der 1990er Jahre massiv gegen die Aufdeckung von Missbrauchsvorfällen in der Kirche mobil machte und sogar die Beschlagnahmung einer profil-Ausgabe verlangte.

Im Interview legt der ÖVP-Chef danach nochmal nach und wirft der Anti-Korruptionsbehörde explizit Verfehlungen vor:

Wenn sich jemand etwas zuschulden kommen lässt, dann ist es auch legitim, das anzusprechen.

Was sich die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WkStA) zu schulden kommen hat lassen, bleibt jedoch im Dunklen.

Dass der Bundeskanzler die Ermittler mit Pädophilen vergleicht ist aber kein Novum. Auch in seiner Befragung im U-Ausschuss bemühte er die fragliche Gleichsetzung.

Kurz hält Türkei für Nachbarland Afghanistans

Für den Bundeskanzler war dies aber nicht der einzige verbale Ausrutscher: In einem BILD-Interview mit dem “Kanzler-Biografen” und Kurz-Vertrauten Paul Ronzheimer bezeichnete er die Türkei als “Nachbarland Afghanistans”. In Wahrheit trennen beiden Staaten mehrere tausend Kilometer. Der TV-Auftritt in dem deutschen Boulevard-Medium, der offensichtlich eine versuchte Flucht nach vorne war, ging damit maximal schief, auch wenn BILD den peinlichen Fauxpas in der Textversion nach einigen Minuten umschrieb.
Sebastian Kurz

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