Milliardär und Ex-Ministerpräsident Mikati soll neue Regierung im Libanon bilden – Unzensuriert

Staatspräsident Michel Aoun hat den Milliardär Nadschib Mikati zum Regierungschef bestellt.

Foto: U.S. Department of State / Wikimedia (PD US DOS)
Milliardär und Ex-Ministerpräsident Mikati soll neue Regierung im Libanon bilden

Zurück an den Start heißt es in Sachen Regierungsbildung im Libanon. Ein knappes Jahr nach der Explosionskatastrophe in der Hauptstadt Beirut soll jetzt der Milliardär Nadschib Mikati ein neues tragfähiges Regierungsbündnis schmieden. Für Mikati ist das kein Neuland,  bereits 2005 und 2011 hatte er die Position des Ministerpräsidenten im Libanon übernommen.

Der sunnitische Politiker, der auch viele Jahr Minister in verschiedenen Kabinetten gewesen ist, verfügt über ein geschätztes Vermögen von 2,7 Milliarden US-Dollar. Gleichzeitig gilt er als Verbindungsmann nach Saudi-Arabien, vor allem aber auch zum Nachbarland Syrien.

Mikati folgt Hariri bei Regierungsbildung

Mikati folgt dem erfolglosen ehemaligen designierten Ministerpräsident Saad Hariri nach, der sich in den letzten neun Monaten wiederholt bemüht hatte, ein Regierungsbündnis unter Einbindung von Sunniten, Schiiten und Christen in Beirut zu bilden. Mikati hat aktuell das Vertrauen des christlichen Staatspräsidenten Aoun und der wesentlichen politischen Blöcke im Parlament.

Vor Hariri hatte Mustafa Adib wegen interner Machtkämpfe bei der Regierungsbildung den Auftrag zurückgegeben. Dessen Vorgänger Hassan Diab war im vergangenen August nach der verheerenden Explosion im Beiruter Hafen zurückgetreten.

Internationale Geldgeber fordern stabile Regierung

Die internationalen Geldgeber fordern seit einem Jahr stabile Verhältnisse im Libanon. Nur wenn diese darstellbar sind und wesentliche Reformschritte eingeleitet werden, sollen Hilfsgelder aus der EU, aber auch den USA in den krisengeschüttelten Libanon fließen.

Durch seine geostrategisch wichtige Rolle als Nachbarland von Syrien und Israel genießt der Libanon erhöhte Aufmerksamkeit. Derzeit ist er auch Zwischenstation vieler syrischer Flüchtlinge und Aufmarschgebiet der vom Iran unterstützten schiitischen Terrormiliz Hisbollah.

Michel Aoun

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Copy link