“Causa Ischgl“: Platter macht Kurz für Ausreise-Chaos verantwortlich – Unzensuriert

Die Aussagen von Landeshauptmann Günther Platter zum Ischgl-Ausreise-Chaos lässt tief in das verheerende, gemeinsame Krisenmanagement mit Bundeskanzler Sebastian Kurz blicken (Fotomontage).

Foto: BM für Europa, Integration und Äußeres (CC BY 2.0) und Thomas Dahlstram Nielsen / wikimedia.org (CC BY-SA 4.0)
“Causa Ischgl“: Platter macht Kurz für Ausreise-Chaos verantwortlich

ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz hatte im März 2020 bei einer Pressekonferenz die sofortige Quarantäne über das Paznauntal und St. Anton verkündet. Daraufhin ergriffen tausende Touristen (infiziert oder nicht) die Flucht und verbreiteten in halb Europa das Coronavirus. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) wusste von diesem Schnellschuss des Kanzlers angeblich nichts.

Platter: “Wurde falsch verstanden”

Schuld am Ausreise-Chaos und der damit verbundenen Ausbreitung des Virus war nach Darstellung des Tiroler Landeshauptmannes also Kurz. Das sah auch das profil so und titelte: „Landeshauptmann Platter beschuldigt Kurz in Causa Ischgl“. Über die Tiroler Tageszeitung von gestern, Dienstag, beeilte sich Platter nun, auszurichten, er habe mit seinen Aussagen in keinster Weise Bundeskanzler Kurz belastet. Er sei vom profil „falsch verstanden worden“.

Staatsanwaltschaft sucht den Schuldigen

Wie lief es nun wirklich ab an diesem 13. März 2020, am Tag, als Ischgl und St. Anton unter Quarantäne gestellt wurden und die Gäste unkontrolliert aus den Hochrisikogebieten abreisten? Die Staatsanwaltschaft sucht den Schuldigen für diese „fahrlässige Verbreitung einer übertragbaren Krankheit“. Kurz will es nicht sein, Platter auch nicht.

Kurz und Platter telefonierten über Quarantäne-Verhängung

Laut Zeugeneinvernahme von Platter, die dem profil vorliegt, spielte sich der 13. März so ab: Es gab um 9.00 Uhr eine Krisenbesprechung zwischen Bund und Land, bei der die Quarantäne noch kein Thema war. Um 10.30 Uhr telefonierte Platter mit Kurz. In diesem Gespräch teilte Kurz dem Landeshauptmann die Verhängung der Quarantäne über die beiden Orte mit. Platter war nach eigener Aussage damit einverstanden. Allerdings soll der Zeitpunkt dafür kein Thema gewesen sein.

Platter wusste dem Vernehmen nach von der Pressekonferenz um 14.00 Uhr des Bundeskanzlers. Dass dort aber auch die sofortige Quarantäne verkündet wird, wäre ihm nicht bekannt gewesen. Es wäre dann „menschenunmöglich“ gewesen, noch ein entsprechendes Management für die Ausreise der Touristen auf die Beine zu stellen.

Bericht liegt im Justizministerium

Laut profil liegt der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Innsbruck über die “”Causa Ischgl“ seit vorigen Mittwoch im Justizministerium. Dort wird nun entschieden, wie es in dieser heiklen Sache weitergeht, in der sowohl Kanzler Kurz, als auch Landeshauptmann Platter (beide ÖVP) Beschuldigte sein könnten.

In einem Facebook-Beitrag bezichtigt der FPÖ-Chef in Tirol, Markus Abwerzger, sowohl das Land, als auch den Bund des “schlechten Krisenmanagements”:

Günther Platter / Sebastian Kurz / Ischgl

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