60 Jahre Bau der Berliner Mauer: Wie es zur Katastrophe kam – Unzensuriert

Berlin wurde 1945 in vier Besatzungszonen unterteilt. Bis 1961 blieb hier der Grenzübertritt legal.

Foto: Berlin Wall set / wikimedia (CC-BY-2.0)
60 Jahre Bau der Berliner Mauer: Wie es zur Katastrophe kam

Am 13. August jährt sich zum 60. Mal der Bau der Berliner Mauer. Zum Jubiläum des „antifaschistischen Schutzwalls“, wie er von der DDR genannt wurde, beleuchten wir die Hintergründe aus verschiedenen Perspektiven. Heute erzählen wir, warum der Bau für die DDR unausweichlich war.

Kommunismus in Deutschland war nie vom Volk gewollt

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Großdeutsche Reich aufgelöst und das Gebiet zersplittert. Unter anderem wurde Österreich wieder abgetrennt und ein erneuter Zusammenschluss für die Zukunft verboten, das Saarland wurde zu einem französischen Satellitenstaat, und die preußischen Ostgebiete wurden an Polen, Russland und Litauen abgetreten. Das kleine Restdeutschland wurde in Besatzungszonen unterteilt. Die östliche davon, die spätere Deutsche Demokratische Republik, fiel an die kommunistische Sowjetunion. Erst diese setzte den Kommunismus mit Zwang in einem deutschen Staat durch.

Keine Mehrheit bei einzigen freien Wahlen

Bei den einzigen freien Wahlen in der sowjetischen Besatzungszone 1946 wollte man mit einem haushohen Sieg der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) den Kommunismus vom Volk legitimieren lassen. Es wurde jedoch für Moskau zur Blamage: Die SED erreichte mit 47 Prozent keine Mehrheit, das Oppositionsbündnis aus Christdemokraten und Liberalen hingegen kam zusammen auf 48 Prozent. Man reagierte mit einem Parteienverbot für alle Parteien außer der SED und errichtete gewaltsam die DDR als kommunistische Diktatur.

Fluchtbewegung verlagerte sich nach Berlin

Somit war die DDR von Anfang an nicht von der Mehrheit des Volkes gewollt. Durch die kommunistische Diktatur kam es daher zu immer stärkeren Massenfluchten in den Westen. Somit begann man bereits Anfang der 1950er-Jahre mit dem Ausbau der innerdeutschen Grenze zu einem stark befestigten Militärstreifen. Nachdem die Ausreise in den Westen an dieser verboten wurde, blieb das geteilte Berlin das einzige Schlupfloch für die legale Ausreise. Dementsprechend hatte Westberlin mit einem Massenansturm an DDR-Flüchtlingen zu kämpfen.

Mauer war für DDR unausweichlich

Somit ist bei näherer Betrachtung klar, dass ein komplettes Abriegeln Westberlins für die DDR unvermeidbar gewesen ist. Ohne Mauer wäre eine effektive Grenzkontrolle in einer verwachsenen Millionenstadt nicht möglich gewesen. Und ohne ein Ausreiseverbot in Berlin hätte der Flüchtlingsstrom nur noch mehr zugenommen. Dabei herrschte 1961 bereits ein eklatanter Fachkräftemangel zum Beispiel bei Ärzten. Alle gut Ausgebildeten schienen in den Westen zu wollen. Ein Zusammenbrechen der DDR wäre nur eine Frage von wenigen Jahren gewesen. Der „antifaschistische Schutzwall“ war also die letzte Chance, der DDR das Überleben zu sichern, als ein Schutz vor den Nachbarn. Er hatte auch mittelfristigen Erfolg – die DDR existierte anschließend noch weitere 30 Jahre.

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