60 Jahre Bau der Berliner Mauer: fast 400 Todesopfer – Unzensuriert

Die Nationale Volksarmee der DDR kannte an der Mauer keine Gnade.

Foto: Bundesarchiv / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0 de)
60 Jahre Bau der Berliner Mauer: fast 400 Todesopfer

Am 13. August jährt sich zum 60. Mal der Bau der Berliner Mauer. Zum Jubiläum des „antifaschistischen Schutzwalls“, wie er von der DDR genannt wurde, beleuchten wir die Hintergründe aus verschiedenen Perspektiven. Heute gedenken wir den 140 Todesopfern, die an der Mauer starben.

Insgesamt fast 400 Tote

140 Menschen wurden bei dem Versuch ermordet, die Grenze der Berliner Mauer zu überwinden, davon 101 “echte” Republikflüchtlinge und 30 zufällige Opfer aus Ost und West, die in Mauernähe ohne Fluchtabsicht ums Leben kamen, meist durch Schüsse. Auch acht DDR-Soldaten kamen durch Unfälle ums Leben. Dazu sind 251 während ihrer Flucht oder kurz danach eines „natürlichen Todes“ gestorben, etwa durch Herzinfarkt oder einen Sturz. Insgesamt kann man also von rund 400 Toten sprechen. Die Todesarten sind dabei unterschiedlich. Teils wurden die Menschen im „Todesstreifen“ zwischen äußerer und innerer Mauer erschossen, teils durch Minen in die Luft gejagt, wieder andere durch Wachhunde zerfleischt.

Ein unüberwindbarer Todesparcours

Die Berliner Mauer, die 1961 gebaut wurde, brachte auch die absolute Grenzsperre zwischen Ost und West mit sich. Wie unzensuriert berichtete, sollte die Schließung die Massenflucht vor allem qualifizierter Fachkräfte in den Westen stoppen, die die DDR schon demographisch an einen empfindlichen Punkt gebracht hat. Dabei wurde das Mauersystem als tödliche Sperre mit allen Rafinessen ausgebaut. Auf eine erste „innere Mauer“ folgten patrouillierende Soldaten, Stacheldraht, Alarmierungsdraht, Minen, Selbstschussanlagen, Panzersperren, Wachtürme, ein Tag und Nacht hell beleuchteter „Todesstreifen“ sowie scharfe Wachhunde. Wer all diese Hindernisse überwunden hat, kam an die eigentliche Mauer – eine rund drei Meter hohe, glatte, oben abgerundete Betonwand.

Magere „Erfolgsbilanz“

Dennoch wagten viele die Flucht. In den Jahren der Mauer, von 1961 bis 1989, gelang rund 5.000 Menschen die Flucht aus Westberlin. Dies heißt, dass trotz der millionenschweren Grenzanlage weniger als zehn Prozent der “Republikflüchtlinge”, wie es offiziell hieß, gefasst und ermordet wurden. Wenn man „nur“ die 140 direkt ermordeten Opfer zählt, sind es nicht einmal drei Prozent. Die teils abenteuerlichen Fluchten führten dabei nicht nur direkt über die Mauer – teils wurde sie durch Tunnel untergraben oder sogar mit Flugzeugen überflogen. Andere ließen sich, in umgebauten Pkw buchstäblich “eingemauert”, nach Westen bringen. Zahlreiche spektakuläre Fluchten findet man auf der Internetseite Chronik-der-Mauer.

DDR gedachte nur der toten Soldaten

Gleichzeitig feierte die DDR-Führung die Mauer als gigantischen Erfolg. Noch 1986 gab es in Berlin eine riesige Parade zum „25. Jahrestag des antifaschistischen Schutzwalls“. Gedacht wurde nur der acht verunglückten Grenzsoldaten. Diese wurden jedoch umso mehr als „Helden der Nation“ gefeiert. Zahlreiche Schulklassen mit kleinen Kindern mussten zu ihren Gräbern pilgern und Kränze niederlegen. Die grausamen Tode der Flüchtlinge wurden meist vertuscht. Der Geheimdienst Stasi (Ministerium für Staatssicherheit, MfS) fälschte Dokumente und Umstände, um die wahre Todesursache zu verschleiern.

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