Zugedeckter Milliardenskandal: Die tschechische Übernahme der Casinos Austria und ihre Polit-Helfer – Unzensuriert

Als “Ausverkauf, dessen politische Helfer dank der schwarz-rot-grün-rosa Ignoranz bisher ungeschoren davongekommen sind” sieht FPÖ-Mandatar Dr. Martin Graf die Übernahme der CASAG durch die tschechische SAZKA Group.

Foto: Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS
Zugedeckter Milliardenskandal: Die tschechische Übernahme der Casinos Austria und ihre Polit-Helfer

Die sogenannte „Casinos-Affäre“ rund um die Bestellung des der FPÖ nahestehenden Finanzmanagers Peter Sidlo zu einem der beiden Casinos Austria-Vorstände und einen mittlerweile widerlegten “Deal” zwischen der FPÖ und dem Glücksspielkonzern Novomatic sorgten in den letzten beiden Jahren für Wirbel in Politik und Medien. Weit mehr, als ihr tatsächlich gebührt hätte, wie wir im “Ibiza”-Untersuchungsausschuss aufklären konnten.

Kommentar von Martin Graf

Vielmehr wurde der wahre Milliardenskandal zugedeckt: Nämlich, wie sich die im Glücksspielbereich tätige tschechische SAZKA-Gruppe mit den Casinos Austria, kurz CASAG, einen österreichischen Leitbetrieb binnen kürzester Zeit unter den Nagel gerissen hat. Durch die Weigerung von ÖVP, SPÖ, Grünen und Neos, Vertreter der SAZKA zu laden, konnte dieser Skandal im U-Ausschuss gar nicht aufgeklärt werden.

Wie sich aber etwa bei den Befragungen des ehemaligen Casinos-Aufsichtsratschefs, Raifeisen-Generalanwalt Walter Rothensteiner, des Ex-ÖVP-Finanzministers Hartwig Löger und seines gewesenen Generalsekretärs Thomas Schmid herausstellte, unternahm die schon zuvor beteiligte SAZKA seit Jahren Versuche zur Übernahme der Mehrheitsanteile an der CASAG – oft auch aggressiv.

SAZKA wollte in CASAG abkassieren

So wollte sie den zweiköpfigen Vorstand auf vier Personen verdoppeln, verlangte eine Dividendenerhöhung sowie Gewinn-Vorab-Ausschüttungen von 80 Prozent. Geld aus den Casinos Austria konnte die SAZKA gut gebrauchen, hatte sie doch zuvor ihre Beteiligung mit hohen Schulden am Londoner Finanzmarkt finanziert.

Die Befragung von Vertretern der tschechischen Gruppe zu dieser plausibel erscheinenden Verbindung wäre daher spannend gewesen, genauso wie die Rolle von Ex-ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling. Er hatte sich schon in seiner Amtszeit für die SAZKA eingesetzt und soll nach seinem Ausscheiden aus der Politik sogar einen Beratervertrag erhalten haben.

Tschechen als großer Sieger der “Casinos-Affäre”

Die vermeintliche „Casinos-Affäre“ ließ die Tschechen letztlich auch ihr Ziel erreichen: Infolge der polit-medialen Skandalisierungen verkaufte die Novomatic AG ihre CASAG-Anteile. Übernommen wurden sie von der SAZKA Group, die seither mit 55,48 Prozent die Mehrheit hält. Die Casinos Austria fielen somit in tschechische Hand.

Ein Ausverkauf, dessen politische Helfer dank der schwarz-rot-grün-rosa Ignoranz bisher ungeschoren davongekommen sind!

Dr. Martin Graf (*1960 in Wien) ist Nationalratsabgeordneter der FPÖ und gehört der freiheitlichen Fraktion im “Ibiza”-Untersuchungsausschuss als Ersatzmitglied an. Von 2008 bis 2013 war er III. Präsident des Nationalrates.

 

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