Taktischer “Sieg” im Kalten Krieg: Als die USA den radikalen Islam hofierten – Unzensuriert

Sogar ins Weiße Haus wurden die afghanischen Rebellen 1983 vom Präsidenten Reagan eingeladen.

Foto: Michael Evans / wikimedia.org (CC0)
Taktischer “Sieg” im Kalten Krieg: Als die USA den radikalen Islam hofierten

Nach dem Abzug der Nato-Truppen hat der Westen in Afghanistan ein zerstörtes Land zurückgelassen, das in wenigen Tagen von den radikal-islamischen Taliban eingenommen wurde. Unzensuriert beleuchtet die Geschichte Afghanistans in einer Serie näher, um zu verstehen, wie es soweit kommen konnte. Heute zeigen wir auf, wie die Vereinigten Staaten die Islamisten ursprünglich mit Waffen versorgten und diese ausbildeten.

USA wollten taktischen Sieg für sich

Während des Kriegs der Sowjetunion gegen Afghanistan unterstützen die Vereinigten Staaten aus taktischen Gründen die afghanischen Rebellen mit Ausrüstung und Waffen. Der Sieg der islamistischen Rebellen sollte ein wichtiger strategischer Erfolg im Kalten Krieg sein. Dabei förderten die Amerikaner explizit die radikalsten Gruppen – unter anderem die Taliban.

„Operation Cyclone“ sollte helfen

Als die islamischen Rebellen in Afghanistan nach dem sowjetischen Einmarsch 1979 den Besatzern den Krieg erklärten, hatten es die Afghanen mit einer der schlagkräftigsten und modernsten Armeen der Welt zu tun. Die Vereinigten Staaten sahen aber hier die Chance für einen taktischen Sieg im Kalten Krieg und unterstützten die Rebellen. Im Rahmen der „Operation Cyclone“ wurden die Afghanen im benachbarten Pakistan mit Waffen beliefert und daran ausgebildet.

Gesamtbudget in Höhe von zehn Milliarden Dollar

Der Umfang der Lieferungen war dabei beträchtlich. Während die erste Ladung noch ‘konservativ’ einen Wert von ‘nur’ zehn Millionen Dollar hatte, lag die Gesamtsumme am Ende bei zehn Milliarden. Unter anderem wurden unzählige Flugabwehrraketen des Typs FIM-43 “Redeye” geliefert, womit zahlreiche russische Hubschrauber ausgeschaltet wurden, deren Verluste Unsummen verschlangen.

Rebellen wurden regelrecht hofiert

Die Amerikaner hofierten dabei regelrecht die Islamisten. 1983 empfing der republikanische US-Präsident Ronald Reagan sogar die Anführer der Rebellen im Weißen Haus in Washington D.C.. Unvergessen bleibt auch der Besuch des polnisch-stämmigen US-Sicherheitsexperten und Regierungsvertreters Zbigniew Brzeziński in Pakistan bei den Rebellen. Dabei hielt er vor den Islamisten an der afghanischen Grenze eine Rede, in der er sagte:

Dieses Land dort gehört Ihnen. Sie werden dort eines Tages zurückkehren, da sich Ihr Kampf auszahlen wird und Sie Ihre Häuser und Moscheen zurückbekommen werden. Denn Ihre Sache ist richtig, und Ihr Gott ist mit Ihnen.

USA entlarvten sich

Somit waren es die Vereinigten Staaten, die den Grundstein für ihre späteren Gegner legten. Gleichzeitig entlarvt rückblickend betrachtet die Rede die Wendehals-Strategie der US-amerikanischen Außenpolitik.

Umfassende Informationen zu dem Afghanistan-Krieg der Sowjetunion und der Operation Cyclone finden sich auf YouTube in der Dokumentation „Der Afghanistan Krieg verändert die Welt“.

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