Alle jubeln: “Facebook” beendet Gesichtserkennung – aber das stimmt gar nicht – Unzensuriert

Mark Zuckerberg kämpft aktuell gegen schlechte Presse über seine Erfindung Facebook. Doch vor den heutigen Journalisten braucht er sich nicht fürchten.

Foto: Anthony Quintano / flickr.com (CC BY 2.0)
Alle jubeln: “Facebook” beendet Gesichtserkennung – aber das stimmt gar nicht

Was taugt moderner Journalismus? Das muss man sich angesichts der aktuellen Berichterstattung über Facebook fragen.

Daten von einer Milliarde Menschen

So titelte etwa die Kronen Zeitung am Mittwoch:

Daten werden gelöscht. Facebook gibt umstrittene Gesichtserkennung auf

Standard, Presse, oe24 – alle stimmten in den Jubelchor ein, denn Facebook habe sein Gesichtserkennungssystem eingestellt, mit dem es Nutzer automatisch in Fotos und Videos identifizierte – und das mehr als zehn Jahre lang! Bei mehr als einer Milliarde Menschen! Mehr als jede Dritte, der Facebook täglich nutzt, habe der Gesichtserkennung angeblich zugestimmt.

Gesellschaftlicher Druck

Jetzt will Facebook den „wachsenden gesellschaftlichen Bedenken gegen die Verwendung solcher Technologien“ Rechnung tragen und „schafft die Gesichtserkennungs-Funktion ab“ (Zitat Kronen Zeitung) und löscht die gespeicherten Erkennungsdaten. Aber stimmt das überhaupt?

Denn liest man die Pressemitteilung genau, hält Facebook an der Technologie grundsätzlich fest. Sie könne „helfen“ und sei „leistungsfähig“ zum Überprüfen der Identität eines Menschen, etwa um Betrug und Identitätsdiebstahl zu verhindern.

Sieht so ein Ende aus?

Der Konzern schreibt:

Wir werden weiter an diesen Technologien arbeiten.

Die Technologie ist bereits perfektioniert. So können Menschen auf Fotos erkannt und ihnen automatisch ihre Namen zugeordnet werden. Und nicht nur das: Alter, Geschlecht und Hautfarbe können geschätzt werden, sogar Ereignisse wie Begräbnisse lassen sich automatisiert erkennen. Das will Facebook nicht aufgeben – verständlich. Der Konzern verspricht lediglich mehr Transparenz hinsichtlich der beabsichtigten Verwendung und Kontrollmöglichkeiten seiner Gesichtserkennung, aber nicht das Ende.

Haben die Mainstream-Journalisten eigentlich die Pressemitteilung von Facebook wirklich gelesen?

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