Klagenfurt-Rektor nach „2G“-Diktat: „Der Papst hat auch diese Auffassung“ – Unzensuriert

Stiller Protest der Freiheitlichen Jugend Kärnten gegen „2G“-Zwang an der Uni Klagenfurt: 150 Menschen kamen, um das Recht auf Bildung zu Grabe zu tragen.

Foto: Z.V.g.
Klagenfurt-Rektor nach „2G“-Diktat: „Der Papst hat auch diese Auffassung“

Der Rektor der Uni Klagenfurt, Oliver Vitouch, hat am 10. November für seine Hochschule eine „2G“-Regel eingeführt und ist seither schwer unter Beschuss. Selbst Kollegen von anderen Universitäten meinen, dass er Studenten damit den Arbeitsplatz nimmt. Und in Klagenfurt gibt es Protestmärsche mit Teilnehmern bis zu 4.000 Personen.

“Es ist pure Vernunft”

Vitouch selbst ist von seinem Handeln überzeugt. Das zeigen Zitate aus einem Mail, das er an Studenten und Mitarbeiter am 6. November verschickte. Wörtlich meinte er:

Der Entschluss zu dieser Umstellung ist nicht Schikane, nicht Bosheit und nicht Spaltungslust. Er ist pure Vernunft.

Der Papst und der “Akt der Nächsgenliebe”

Und dann holte Vitouch noch den Papst ins Boot. Der Papst, so Vitouch, sehe die Impfung als „Akt der Nächstenliebe“ – im Vatikan gelte seit Februar 2021 eine Impfpflicht. Und jenen Studenten, die all das kategorisch von sich weisen würden, müssten beizeiten beginnen, darüber nachzudenken, ob eine Universität das Richtige für sie ist.

Studenten zu tausenden auf der Straße

Die Studenten gaben ihm daraufhin eine entsprechende Antwort und protestierten mit tausenden anderen gegen das “2G”-Regime. Siehe hier eine Aufnahme vom Samstag:

Für Studierende ist Uni der Arbeitsplatz

Aber nicht nur Studenten sind gegen diese „2G“-Regel, sondern auch der Rektor der Uni Innsbruck, Tilmann Märk, der am 10. November gegenüber Ö1 betonte, dass er Studenten nicht vom Studienbetrieb ausschließen wolle. Denn für sie sei die Uni ihr Arbeitsplatz. Daher komme „2G“ keinesfalls in Frage, weil Ungeimpfte mit gutem Grund getestet arbeiten dürfen und daher dasselbe auch für Studenten zu gelten habe.

SPÖ lehnte FPÖ-Antrag auf freien Zugang zur Bildung ab

Ein überzeugendes Argument, möchte man meinen. Doch was macht die Kärntner SPÖ? Sie lehnte am 9. November im Landtag einen Dringlichkeitsantrag der FPÖ ab, wonach der freie Zugang zur Bildung in Kärnten zu erhalten sei.

Die Bildungssprecherin der Kärntner Freiheitlichen, Landtagsabgeordnete Elisabeth Dieringer-Granza, meinte in einer Aussendung dazu :

Hätte der Landtag diesen Beschluss gefasst, hätte Vitouch das Aussperren der Studenten von der Uni wohl stoppen müssen. Aber dazu ist es leider nicht gekommen.

“Willkürakt verwehrt mir Recht auf Bildung”

Unter den vielen Protestteilnehmern in Klagenfurt sprach unzensuriert mit Bettina B, die meinte:

Die Alpen-Adria Universität war für mich immer eine weltoffene akademische Bildungseinrichtung. Mit Entsetzen und Verwunderung ereilte mich die Nachricht vom Rektor der Universität über die Einführung der „2G“-Regel. Mit diesem willkürlichen Akt wird mir somit das Recht auf Bildung verwehrt. Viele meiner StudienkollegInnen haben bereits mit einer Protestaktion darauf hingewiesen, dass wir mit den Zugangsbeschränkungen nicht einverstanden sind und fordern eine sofortige Aufhebung der „2G“-Regel an der Universität Klagenfurt, denn wenn es um das Recht der Bildung geht, darf niemand ausgegrenzt werden.

Auch Rene S.gab uns kurz eine Stellungnahme:

Leider ist es mir seit Mittwoch, dem 10.11., dank der neuen „2G“-Regelung nicht mehr möglich, als ungeimpfter Student an Lehrveranstaltungen teilzunehmen, und somit mein Recht auf Bildung und Selbstbestimmung wahrzunehmen. Deswegen bin ich aktiv für die Bewegung „Studenten stehen auf“ tätig. Damit wir und zukünftige Studenten nicht ausgeschlossen werden.

Studentenprotest in Klagenfurt

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